"A Time to Die - Stirb noch einmal" gehört eigentlich zu der "Protectors" Serie von Beverly Barton, die aber bisher nur ganz vereinzelt übersetzt wurde und wenn überhaupt, auch nur lose zusammenhängen.
In den Romanen dieser Reihe stehen meist Bodyguards und Personenschützer im Mittelpunkt des Geschehens, die für die Dundee Private Security and Investigation Agency arbeiten.
Lexie, eine junge und ehrgeizige Journalistin, wird zu einer Reportage von ihrem Sender nach Afrika geschickt, um dort von dem neu ernannten Diktator zu berichten, der bisher durch Grausamkeit und Gewalttätigkeit aufgefallen ist.
Bei den Feierlichkeiten anlässlich seiner Machtübernahme kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall, als Spezialagenten bei dem Versuch den Diktator zu eliminieren, nicht nur diesen töten, sondern auch unschuldige Zivilisten den Tod finden.
Lexies Kameramann stirbt und auch die junge Frau kommt nur knapp mit dem Leben davon, als sie von einer Kugel getroffen wird und so schwer verletzt wird, dass sie ihr Leben von Grund auf ändern muss...
Zehn Jahre später, immer noch leicht traumatisiert und mittlerweile Präsidentin einer Wohltätigkeitsorganisation, sammelt sie erfolgreich Spendengelder und unterstützt unter anderem auch das Land, in dem sie fast ihr Leben verlor.
Als plötzlich Mordanschläge und Drohanrufe ihr Leben bedrohen, heuert ihre milliardenschwere Freundin und Schirmherrin ihrer Organisation Cara Bedell, eine Sicherheitsfirma an, um ihrer aller Leben zu schützen.
Lexie ahnt nicht, dass einer ihrer Leibwächter, Deke Bronson, niemand anderer ist, als der Mann, der vor zehn Jahren ihr Leben in den Händen gehalten hat...
Beverly Barton präsentiert uns hier mit Lexie und Deke ein Heldenpaar, das mich nicht so wirklich überzeugen konnte und meiner Meinung nach fehlt beiden Hauptprotagonisten so das gewisse Etwas und der Funke will beim Lesen nicht so recht überspringen.
Dekes Charakterisierung war mir etwas zu steif und hölzern und diese ständige Unentschlossenheit, (bin ich ihrer Liebe wert oder nicht) auf Grund seines schon chronischen Schuldbewusstseins zieht sich auch wie ein roter Faden durch das Buch und sorgt nicht unbedingt für unbeschwertes Lesevergnügen. Man findet als Leser wirklich schwer Zugang zu Dekes unnahbaren Art und von Charme und Sympathie ist nicht viel zu erkennen.
Lexies Darstellung hat bei mir auch etwas Zwiespältigkeit hinterlassen, denn hier hat die Autorin wirklich eine höchst widersprüchliche Protagonistin geschaffen, die dann mal kurz ihre vorgefasste Meinung ändert und eine Einhundertachtzig Grad Wendung hinlegt.
Denn obwohl sie weiß, dass die damalige Kugel nicht für sie bestimmt war und sie nur in die Schusslinie geraten ist, reagiert sie dann völlig unangemessen darauf, als sie erfährt, wer sie angeschossen hat.
Alls in allem vermisse ich hier zu wenig Tiefgang bei den beiden Charakteren und man dümpelt so etwas an der Oberfläche dahin und man kann sich einfach schlecht mit ihnen identifizieren, da so wenig echte Emotionen und Gefühle beim Lesen rüberkommen, die wie ich finde, zu einer mitreißenden Love-Story einfach gehören.
Beverly Barton präsentiert uns hier meiner Meinung nach einen eher seichten Romantic Suspense, der auch nicht unbedingt mit spannungsgeladener Action besticht, sieht man mal von einigen Bomben und Drohanrufen ab, und das hat mich so ein bisschen enttäuscht.
Wer ihre Kill-Serie um die Griff Powell Agentur kennt, weiß wovon ich spreche, denn dort versteht sie es meisterhaft, mit Leidenschaft pur und aufregendem Nervenkitzel den Leser zu faszinieren.
Für die Leser, denen "A Time to Die" doch ganz gut gefallen hat, sei noch erwähnt, dass mit "Verhängnisvolles Spiel" im Oktober 2010 ein weiterer Teil der "Protectors" Serie erscheint, es sich aber dabei genau genommen um den Vorgängerband handelt, in dem man schon einige Protagonisten flüchtig kennen lernt und deren Geschichte hier weiter verflochten wird.