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Timbuktu
 
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Timbuktu [Gebundene Ausgabe]

Peter Torberg , Paul Auster
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 189 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek; Auflage: 1. Aufl. 189 S. (September 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498000535
  • ISBN-13: 978-3498000530
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 252.935 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Paul Auster
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In Timbuktu stellt Paul Auster das Thema Obdachlosigkeit in den USA aus der Sicht eines Hundes dar. So seltsam das erscheinen mag, ist es doch nicht neu, sondern aus John Bergers King bekannt. Und es funktioniert tatsächlich. Beide Autoren betrachten die Erfahrungen der Obdachlosen durch die erbarmungslos unsentimentalen Augen eines Hundes und vermeiden es so, ihre Geschichten zu einem übersteigerten Melodrama verkommen zu lassen. Während Bergers Buch zwischen verschiedenen Figuren hin und her wechselt, konzentriert sich Timbuktu voll und ganz auf zwei Charaktere: Mr. Bones, "ein wertloser und unscheinbarer Köter", und sein Herrchen, Willy G. Christmas, ein Schizophrener mittleren Alters, der seit dem Tod seiner Mutter vier Jahre zuvor auf der Straße lebt. Der Roman nimmt seinen Anfang in Baltimore, wo Willy und Mr. Bones nach einem ehemaligen Highschool-Englischlehrer suchen, der Willy als Teenager immer in seinen schriftstellerischen Anstrengungen unterstützt hatte. Jetzt steht Willy kurz vor dem Tod und will unbedingt ein Heim für seinen Hund und die unzähligen Manuskripte finden, die er in einem Greyhound-Busbahnhof versteckt hat. "Willy hatte den letzten Satz geschrieben, den er je schreiben sollte, und seine Zeit lief Uhrticken für Uhrticken ab. Die Worte in diesem Spind waren alles, was er vorzuweisen hatte. Sollten sie verschwinden, wäre es, als hätte es ihn nie gegeben".

Paul Auster ist ein intellektueller Schriftsteller, der es vorzieht, über Vernunft und Logik in das Innerste seiner Leser vorzudringen. Als Willy stirbt, gelangt er über ein Meer von Worten ins Jenseits. Bei Mr. Bones handelt es sich um einen Hund, der über metaphysische Themen wie das Leben nach dem Tod nachdenken kann -- Willy hatte es immer als "Timbuktu" bezeichnet. Was, wenn Haustiere dort nicht erlaubt wären? Das war wohl ziemlich unwahrscheinlich, und doch hatte er lange genug gelebt um zu wissen, daß alles möglich war, daß das Unmögliche immer wieder wahr wurde. Vielleicht war dies eines dieser unmöglichen Dinge, und darin lagen Tausende Ängste und Qualen verborgen, ein undenkbarer Horror, der ihn jedesmal erfaßte, wenn er darüber nachdachte.

Als Willy tot und Mr. Bones auf sich alleine gestellt ist, verschlechtert sich seine Situation zunehmend. Der jetzt herrenlose Hund sieht sich einer Reihe von Verraten, Ablehnungen und Enttäuschungen ausgesetzt.

Indem er in die Haut eines Hundes schlüpft, gelingt es Auster, menschliche Grausamkeiten und eher seltene Freundlichkeit aus einem einzigartigen Blickwinkel heraus zu kommentieren. Aber der Leser sei gewarnt: Die Welt in Timbuktu ist düster, und auch die gelegentlichen Momente von Gnade sind nur von kurzer Dauer. -- Alix Wilber

Amazon.de-Hörbuchrezension

Für gute Plots hatte der US-amerikanische Autor Paul Auster seit jeher einen guten Riecher, auch wenn seine Erzählstoffe -- etwa über einen kleinen New Yorker Tabakladen im Fall von Smoke -- nicht immer etwas für feine Nasen sind. Auch Mr. Bones, der tierische Held von Austers Roman Timbuktu, muss hin und wieder seine Schnauze rümpfen: Immerhin ist sein Besitzer Willy G. Christmas ein von Ahnungen beseelter Penner, dessen Name sich einem TV-Erlebnis verdankt, bei dem ein Fernsehweihnachtsmann ihm persönlich strenge Weisung gab. Im Großen und Ganzen aber darf der treue Mr. Bones, während er dem Sterbemonolog seines Blut und Rotz speienden Herrchens lauscht, in guten Geruchserinnerungen schwelgen. Immerhin hatte ihm Willy G. Christmas zu Lebzeiten mit feuchten Tüchern, parfümierter Unterwäsche und alten Socken allerlei Freude bereitet.

Was für die Nase von Hunden taugt, kann für die Ohren von Lesern nicht ganz ungeeignet sein. Das dachte sich wohl auch Regisseur Leonhard Koppelmann, und hat aus Timbuktu im Auftrag des WDR ein herrliches, komisch-trauriges Hörspiel gemacht. Lars Rudolph gibt den ebenso sensiblen wie weisen Hund Mr. Bones derart melancholisch, Volker Lechtenbrink mit rauchigem Timbre den sterbenden Schriftsteller Willy derart traurig, dass man dem Duo bis zur letzten Minute gerne lauscht. Timbuktu also ist das ideale Geschenk nicht nur, um es unter den Tannenbaum zu legen. Wer diese CD nicht kauft, dem sollte der TV-Weihnachtsmann persönlich die Leviten lesen. --Thomas Köster

Hörspiel, Spieldauer: zirka 77 Minuten, 1 CD. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Buch, 24. Mai 2001
Von 
Michael Prössel (Hannover, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Timbuktu (Taschenbuch)
Willy ist der Besitzer von Mr. Bones und Willy geht es nicht sehr gut. Was auch wenig verwundert, denn er hat den größten Teil seines Lebens auf der Straße verbracht. Die letzten sieben Jahre zusammen mit Mr. Bones. Diese Promenadenmischung ist kein gewöhnlicher Hund und darum Hauptperson in diesem Buch. Das Leben von Mr. Bones ist bisher recht gut verlaufen. Er hat ein Herrchen, das mit ihm redet als sei er ein Mensch und kein Hund. Paul Auster gibt dem Leser einen wunderbaren Einblick in die Welt der Hunde. Und obwohl sie in der gleichen Welt leben wie wir Menschen, so ist es doch eine ganz andere. Beherrscht, geleitet und verführt von Gerüchen, das Leben aus der kniehohen Hundeperspektive betrachtend, läuft Mr. Bones Willy treu hinterher. Bis zu dem Tag, an dem sich sein Leben schlagartig ändert, denn wie gesagt, Willy geht es nicht gut. Willy ist nicht nur ein einfacher Landstreicher, Willy ist Philosoph, Dichter und Denker, Autor, Erfinder und Botschafter von Santa Claus. Dieser ist ihm in einer Vision erschienen und hat ihn zu seinem Jünger gemacht. Seitdem heißt Willy mit Nachnamen "Christmas". Aber alle diese festen Konstanten im Leben von Mr. Bones fallen von heute auf morgen einfach weg und so macht sich der kleine, aber zuweilen geistig große Hund, auf die Suche nach einem neuen Herrchen.

Die Geschichte von Mr. Bones ist faszinierend, witzig und tragisch-sentimental zugleich. Obwohl er die Sprache der Menschen versteht, ergeben einige Wörter oder Redewendungen für ihn keinen Sinn. Paul Auster hat mit Timbuktu ein außergewöhnliches Buch geschrieben
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Welt der Seelen, 10. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Timbuktu. CD. (Audio CD)
„Timbuktu ist die Welt der Seelen. Dort wo die Weltkarte endet, fängt Timbuktu an." Das hatte sein Freund Willy gesagt, bevor er starb. So macht sich Mr. Bones auf die Suche nach einem neuen zu Hause, doch das ist nicht so einfach für einen Hund von der Strasse. Er sehnt sich zurück nach Willy, dem obdachlosen Penner, nach dem Leben mit ihm und seinen Geschichten voller Philosophie.
Mr. Bones erzählt die Geschehnisse aus seiner Sicht, der eines feinfühligen Hundes, dessen Welt aus Gerüchen besteht. Er schildert die tragisch-komischen Gedanken und Ansichten eines Hundes, der genau spürt, was um ihn herum geschieht, der das Schicksal der Menschen, die ihn umgeben schneller durchschaut als sie selbst es tun.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Was für ein Hundeleben..., 10. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Timbuktu (Gebundene Ausgabe)
Timbuktu ist ein Buch, das amerikanische Ideale, Werte und den American Way of Life hinterfragt und kritisiert, gleichzeitig jedoch auch auf gewisse Weise verteidigt. Die Geschichte, die Paul Auster um den genial-vertrottelten poet-saint Willy und seinen vierbeinigen Begleiter Mr. Bones entwickelt, zeigt sowohl Anerkennung für den Drang nach Individualismus und Selbstverwirklichung, als auch die Grenzen, auf die man auf dem Wege dahin stoßen kann, wenn man sich nicht innerhalb der gesellschaftlichen Erwartungen bewegt. Auch wenn Timbuktu nicht in den sprachphilosophischen Höhen wandelt, zu denen sich einige frühere Werke Austers (wie City of Glass) aufgeschwungen haben, ist Sprache hier ebenfalls ein Thema, mit dem allerdings auf eine oft recht spielerische Art umgegangen wird. Sätze wie "There is no end to it, is there? Henry James and Jesse James, Frank James and William James. James Joyce. Joyce Cary. Cary Grant. Grant me swizzle sticks and dental floss [...] " mögen manchen Lesern amüsant und originell erscheinen; andere finden sie vielleicht flach. Die Möglichkeit, daß Timbuktu besonders auch den einen oder anderen erfahrenen Auster-Leser enttäuscht, besteht durchaus. Gerade im zweiten Teil des Buches, in dem Willys gewitzte Bemerkungen und bewegtes Leben in den Hintergrund treten, bewegt sich der Autor auf einem recht schmalen Grat zwischen Kunst und Kitsch, sozialkritischen Randbemerkungen und rührenden Familienszenen. Ob dieser Kontrast zu den ersten Kapiteln beabsichtigt war, bleibt offen. Die Hundepersönlichkeit des Erzählers kann in dieser Hinsicht in zweierlei Richtungen wirken. Zum einen ist die Grenze zur Rührseligkeit natürlich leicht überschritten, wenn ein kranker Hund in der Zelle eines Tierheimes dahinsiecht. Andererseits tragen Mr. Bones schlaue Beobachtungen und Gedankengänge nicht nur wesentlich zum Unterhaltungswert des Buches bei, sondern bieten auch zum Teil recht ungewöhnliche Denkanstöße. Welchem Aspekt der einzelne Leser hier mehr Bedeutung zumißt, ist wohl Geschmackssache und etwas, das ein jeder für sich selbst entscheiden muß. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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