Sicherlich der umstrittenste Tim und Struppi Band ist 'Tim im Kongo'. Der Reporter ist mit seinem Terrier wieder unterwegs, um für die Zeitung 'Le Vingtième Ciècle' aus dem Kongo zu berichten. Man muß jedoch feststellen, daß dies eine zeitgenössische Sichtweise von 1930 ist, und die Afrikaner an sich nicht nur positiv dargestellt werden, sondern oft als faul, ungebildet und abergläubisch rüber kommen.
Ebenfalls mit heutigen Werten nicht kompatibel ist Tims Jagdleidenschaft, die er im Kongo exzessiv auslebt. Diese Elemente, natürlich allem voran die Darstellung der Kongolesen, findet immer wieder Gegner, die sogar ein weltweites Verbot fordern. Und das, wo schon mehrfach von Hergé selber Seiten ausgetauscht wurden, die nicht mehr in die politisch korrekte Gegenwart passen.
Mich hat der Band trotzdem gut unterhalten, zumal ich den historischen Kontext einzuorden vermag. Hergé hat seinen Stil gefunden, den er später nur noch geringfügig verfeinern wird, erzählerisch fehlen jedoch noch Elemente wie Haddock oder Bienlein, und Nebenfiguren aus anderen Bänden. Trotzdem sind Tim und Struppi ausgezeichnete Unterhaltung!