Das Autorenduo Wolf hat den bekannten Till Eulenspiegel einer leicht marxistischen Neubearbeitung unterzogen. Auf diese Weise wird wieder deutlich, daß die Eulenspiegeleien, die heute entschärft in der Kinderbuchabteilung gelandet sind, etwas mit ihren gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen und Hintergründen zu tun haben; so wie das auch im "Original" erkennbar ist, der ersten mit Till im Titel als Buch veröffentlichten Schwanksammlung von 1519.
Im neuen Eulenspiegel (der eigentlich ein DEFA-Film werden sollte, was man seiner skizzenhaften Form noch anmerkt) ist es die kapitalistische Gesellschaft, die Till zum Revolutionär werden läßt. Gut gelungen ist diese Umdeutung z.B. in der Schneider-Episode: In der bekannten Version sind die versammelten Schneider wütend auf Till, weil er sie nutzlos zusammengerufen hat; bei Wolf & Wolf zettelt Till auf diese für ihn ungefährliche Weise eine unerlaubte Versammlung an, deren Teilnehmer schnell kapieren, daß die Gelegenheit zum Aufruhr gerade richtig ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)