Wenn man Jesper Strömblad Glauben schenken darf, sind DEGRADEAD die Zukunft des Melodic Death Metals. Auf alle Fälle ist er so von den Schweden überzeugt, dass er zusammen mit Björn Gelotte und Daniel Svensson das neue Album Til Death do us apart produzierte und abmischte.
Doch reicht das aus um in der weiten Welt des Metals anerkannt zu werden. Namedropping ist ja bekanntlich wichtig, da dies automatisch den Absatz ankurbelt, doch eigentlich haben DEGRADEAD das nicht wirklich nötig, denn die Debutscheibe dürfte auch so bei Szenenkennern sehr gut ankommen, denn die Musik darauf ist wirklich aller erste Sahne! Glücklicherweise begeht man nicht den Fehler und springt auf die stetig wachsende Modern Melodic Death Metal Schiene auf und kopiert solche Bands wie IN FLAMES, SOILWORK, SONIC SYNDICATE, FEAR MY THOUGHTS, AS I LAY DYING oder UNEARTH, sondern bietet etwas Neues, das dennoch irgendwie vertraut klingt.
Technisch betrachtet bietet man eine gute Mischung aus leicht anspruchsvoller Gitarrenarbeit (hört euch mal die Hammer Soli an!), die aber dennoch von ausgezeichneter Melodieführung dominiert wird, so dass man auf Til Death do us apart eine saucoole Mischung aus alten IN FLAMES (The Jester Race und Whoracle lassen grüßen), SOILWORK, HYPOCRISY (vor allem die aktuelleren Werke), AT THE GATES, DARK TRANQUILLITY, TAETRE (aggressives Riffing), KREATOR und DIMENSION ZERO (das kultige Debut übrigens plant man mit diesen noch dieses Jahr zu touren!) bietet. Vor allem die gelegentlichen Thrash Einsprengsel bieten hier eine willkommene Abwechslung. Aber auch der aggressive Gesang klingt hier noch richtig schön fies gekeift, was ja vor 10 15 Jahren vielerorts noch als Black Metal Gesang bezeichnet wurde ich erinnere mich noch an so manchen entrüsteten Leserbrief
Als Anspieltipp möchte ich euch unbedingt die Songs Genetic Waste (mega genial), Passed Away (saugeile Keyboards), Relations to the Humanity (herausragende Riffs), The Fallen sowie der abschließende Akustik-Titelsong Til Death do us apart (göttlich) ans Herz legen. Zwar schleicht sich hier und da mal ein weniger tolles Riff ein, aber bei der Masse an Hammerriffs, ist das echt entschuldbar! Melodic Death Metal Anhänger sollten hier unbedingt zugreifen!