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5.0 von 5 Sternen
Endlich Folk-Jazz auch aus Finnland!, 24. April 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tightrope Walker (Audio CD)
Gewiss, die Promotion-Schublade ist nicht unklug gewählt. Unter all den skandinavischen Sängerinnen, die in den vergangenen Jahren die Herzen mitteleuropäischer Jazz-Käufer im Eissturm nahmen, fehlte bislang eine Vertreterin aus Finnland, wenn man von der völlig unterbewerteten Jenny Robson einmal absieht. Kristiina Tuomi, Tochter einer finnischen Mutter und eines deutschen Vaters, soll das nun ändern.
Man könnte versuchen, Kristiina Tuomis Singer-Songwriter- Jazz irgendwo zwischen der norwegischen Spröde einer Rebekka Bakken oder dem schwedischen Liebreiz einer Viktoria Tolstoy einzuordnen. Sonderlich geholfen wäre einem damit nicht, weil es da noch zu viele Elemente gibt, die mit dem Elch-Dunstkreis nichts zu tun haben: Etwa die Fado- und Tango-Partikel, die der portugiesische Bassist Carlos Bica gezupft und gestrichen unter Kristiina Tuomis Pop- und Kunstliedstimme streut. Oder die minimalistischen, in ihrer romantischen Simplizität überwältigenden Klavierbegleitungen Carsten Daerrs. Schließlich die Texte, die unter anderem von den berühmten Nicht-Skandinaviern Edgar Allen Poe und William Shakespeare stammen.
Das alles könnte aufgesetzt wirken, dieses Vermengen von Kammeravantgarde und Mitsummmelodienmelancholie, dieser Flirt von Ist-das-noch-Jazz und Lyrik. Es ist die Seiltänzerkunst des Trios Tuomi, hier dennoch grazil die Balance gehalten zu haben.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kammer-Jazz, 25. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Tightrope Walker (Audio CD)
Kristiina Tuomi aus Finnland zeigt mit ihrem Debüt-Album 'Tightrope Walker' auf ganz eindruckvolle Art und Weise, dass gerade die skandinavischen Musiker in Sachen 'moderner Jazz' über ein ganz besonders gutes Händchen für atmosphärische und gekonnte Arrangements verfügen.
Das Album (10 Titel, gut 43 Minuten) wird den hohen Erwartungen durchaus gerecht, auch wenn Sängerin Kristiina und ihre beiden Mitmusiker Carsten Doerr (Piano) und Carlos Bica (DoubleBass) nicht wirklich 'klassischen' Jazz vortragen - hier ist alles eine Spur melancholischer, gefühlvoller und sanfter. Das Songwriting ist abwechslungsreich (neben eigenen Kompostionen u.a. Vertonungen von E.A. Poe und William Shakespeare), der Gesang von Kristina ist voller hauchzart schmelzender Facetten und schlichtweg zauberhaft, die Instrumentierung ist knapp und präzise.
Insgesamt ein höchst gelungenes Werk zwischen Kammer-Jazz, zartem Folk und charmantem Pop.
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