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Grob gesagt, ist das Buch in drei grosse Blöcke unterteilt: den Spielweisen nach 1. e4 g6, 2. d4 Lg7, 3. Sc3 d6, in denen Schwarz ein frühes 4. ...a6 spielt, denen, wo es besser unterlassen wird und weisse Abspiele mit c2-c4 im dritten Zug.
Das Zurückstellen der Springerentwicklung nach f6 gibt dem Schwarzen dabei einige wichtige zusätzliche Optionen, wie man sie im Pirc nicht findet. Oft kommt Schwarz mittels 5. ...Sd7 und 6. ...b5 (oder in umgekehrter Reihenfolge) schnell zu Gegenspiel am Damenflügel, wobei der weisse Be4 schnell mittels
...Lb7 und der Eventual-Drohung ...b5-b4 aufs Korn genommen werden kann. Kann Schwarz c7-c5 zu einem günstigen Zeitpunkt spielen, entstehen oft Stellungen, die dem Sizilianischen Drachensystem ähneln, ohne, dass Schwarz den üblichen Amoklauf des weissen h-Bauern länger fürchten muss - denn Weiss
wird nach ...a6 nur höchst ungern noch zur langen Rochade greifen. Varianten, in denen Schwarz laut Persson vorläufig besser auf ...a6 verzichtet, sind die Abspiele 4. Lc4, 4. g3 oder Systeme mit frühem c2-c3. Wenn Weiss im dritten
Zug das Spiel mittels c2-c4 in geschlossene Systeme lenkt, empfiehlt der Tiger als beste Antwort übrigens wenig überraschend den Königsinder, ist dieser der Modernen strukturell doch am ähnlichsten! Da es dazu aber Bücher en masse gibt, gibt der Tiger seinen Lesern mit der Averbach-Variante eine Alternative zum Königsinder in die Hand.
Dem schwedischen Grossmeister geht es in diesem Buch nicht darum, den Leser mit endlos langen Theorievarianten zu langweilen. Vielmehr möchte er es schaffen, dem Leser ein ganzes Eröffnungssystem vorzustellen, das auf das Verstehen von Prinzipien, das Anwenden typischer Motive basiert und zudem
Raum für Kreativität zulässt! Und obwohl man diese Phrasen schon so oft gehört hat: hier gelingt's!
Tiger Hillarp Persson ist ein gutes Buch mit einer sehr persönlichen Note gelungen - der Titel hat also nicht zuviel versprochen! Wer mit Pirc, dem Drachen oder dem Königsinder Erfahrung hat, wird sich schnell und relativ problemlos mit der Materie vertraut machen können. Spieler, die bisher
ausschliesslich Französisch oder Caro-Kann bevorzugten, sollten sich vorher besser ernsthaft fragen, ob sie mit einem Läufer auf g7 und einem Spiel auf den schwarzen Feldern zurecht kommen (wollen).
Insgesamt ein erfrischendes Eröffnungsbuch mit kompletten Partien und vielen Tipps und Empfehlungen auch zum anschliessenden Mittelspiel und dessen typischen Strukturen! Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch des
"Tigers"!
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