Stuart Font, ein verwöhnter Student, will eine Einweihungsparty für seine Nachbarn geben. Am sehnlichsten wünscht er sich jedoch, dass auch das geheimnisvolle, asiatische Mädchen von Gegenüber, genannt Tigerlily zu seiner Feier kommen möge. Doch sie wird abgeschottet von ihrem Onkel und Bruder. Ruth Rendell beschreibt, meiner Ansicht nach eher in ihrem Barbara Vine Stil, das Leben der Menschen in einem Londoner Mietshaus. Da wären die Studentinnen, deren Eltern deren Wohnung finanzieren, die alkoholabhängige Olwen, der kauzige Duncan und seine gehässige Frau sowie der eifersüchtige Freddy Livorno. Die Geschichte entfaltet sich langsam und ohne Hektik und der Leser bekommt eine gute Vorstellung der einzelnen Charaktere, da Rendell viel Zeit auf Details verwendet. Natürlich kommt es auch in dieser Geschichte zu Mord und Totschlag wie erwartet, doch dies ergibt sich aus der Situation heraus, die der Leser dank vielschichtiger Beschreibungen der Lebensumstände der einzelnen irgendwie sogar nachvollziehen kann. Für Fans ein Muss, auch wenn ich die Auflösung um Tigerlilys Background ein wenig banal fand.