Aus der Amazon.de-Redaktion
Um Wuxia über seine B-Movie-Ursprünge zu heben und dessen Reiz für das Publikum zu erhöhen, tat Lee zwei wichtige Dinge. Erstens versammelte er eine Allstar-Mannschaft talentierter Schauspieler, in der er die berühmten asiatischen Darsteller Chow Yun-fat und Michelle Yeoh mit dem beeindruckenden, charismatischen Newcomer Zhang Ziyi zusammenführte. Hinter den Kulissen setzte Lee den Kameramann Peter Pau ein und den legendären Kampfsport-Choreografen Yuen Wo-ping, der außerhalb Asiens hauptsächlich für seine Arbeit für The Matrix bekannt ist. Zweitens adaptierte er für den Film einen chinesischen Abenteuerroman von Wang Du Lu und konzentrierte sich dabei nicht auf die Suche nach dem "Das grüne Schicksal" genannten legendären Schwert, sondern vielmehr auf den Kampf seiner weiblichen Hauptfiguren gegen gesellschaftliche Verpflichtungen. In seinen Händen werden die obligatorischen Kampfszenen zu einer neuen Ausdrucksform für die individuellen Stimmungen seiner Charaktere und deren Konflikte mit der Gesellschaft und miteinander.
Das Filmen selbst erforderte immense Anstrengungen von allen Beteiligten. Chow und Yeoh mussten Mandarin-Chinesisch lernen, das Lee dem sonst üblichen Kantonesisch vorzog, um dem Film eine klassischere, lyrischere Stimmung zu verleihen. Die erstaunlichen Kampfszenen zwischen Jen (Zhang) und Yu Shu Lien (Yeoh) auf den Dächern sowie zwischen Jen und Li Mu Bai (Chow) auf den Ästen eines Bambushains erforderten wochenlange Anstrengungen mit Draht und Gurten. Das Endergebnis ist eine nahtlose Mischung aus Action, Liebe und Gesellschaftskritik in einem populistischen Film, der -- wie sein junger Star Zhang -- mit balletthafter Grazie und Würde schwebt. --Eugene Wei
Movieman.de
Bild: Leider hat das Bild ein paar grundsätzliche Schwächen. Die Rauschanteile sind relativ hoch, Hintergründe "krisseln" doch merklich und bei Bewegungen ruckelt`s auch gern mal. Die Farben sind etwas blass, für Kontraste gibt`s keinen fünften Oscar, die Schärfe ist in Ordnung. Der Oscar für Peter Pau (Beste Kamera) war durchaus gerechtfertigt - die Bilder bleiben eindrucksvoll und hätten ein etwas feineres Händchen bei der Digitalisierung verdient. Alles in allem ordentlicher Durchschnitt, die Möglichkeiten des Mediums wurden aber leider nicht ausgenutzt. Die Code 1 DVD sieht besser aus.
Ton: Es gibt neben dem O-Ton in Mandarin Chinesisch zwei deutsche Tonvarianten, nämlich den normalen DD 5.1 oder die DTS - Spur. Unterschiede: Keine. Machen Sie den Pepsi-Test und schalten Sie hin und her - die deutlichste Unterscheidungsmöglichkeit ist das Logo auf dem Cover. Von Marketingmaßnahmen einmal abgesehen: Der Ton ist sehr gut. Surroundeffekte gibt es wenig, aber der Soundtrack füllt die Kulisse eindrucksvoll. Die vorhandenen Geräusche klingen sehr fein (00:18:24), die Atmos sind schön (01:31:30) und die Sprache ist auch in der deutschen Synchronisation äußerst behutsam, fast zärtlich aufgenommen und unterstreicht den meditativen Charakter vieler Szenen. Als Dreingabe kommentiert Regisseur Ang Lee mit deutschen Untertiteln. Auch die Soundeffekte in den Kampfszenen, die bei asiatischen Martial-Arts Filmen sonst immer für Schwankschwindel durch akustische Überfrachtung sorgen, wurden hier wunderbar designed und angelegt - der Ton ist bei dieser DVD eine wirklich feine Sache. --movieman.de