17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute HD-Neuauflage, 14. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Tiger & Dragon [Blu-ray] (Blu-ray)
Testaufbau:
Fernseher: LG 42LH5000 (Konfiguration: TruMotion deaktiviert)
BD-Player: LG BD370P (Konfiguration: 1080p, 24p, YMC-Farbraum, keine Sound-Neukodierung/-Umwandlung)
Ton: Teufel Cinebar 50 (Konfiguration: Standardeinstellungen, Ton via optischem Eingang)
Vergangenen Donnerstag (12.12.09) wollte ich eigentlich die BD-Ausgabe von Hero kaufen, bin aber vor den kastastrophalen Rezensionen zur technischen Qualität der Blu-ray Disc zurückgeschreckt. Deswegen ist es dann stattdessen Tiger & Dragon geworden. Gestern kam ich dann dazu, den Film auch anzusehen.
Das Bild ist top*. Es gab zwei, drei kurze Kameraeinstellungen die mir etwas verrauscht/fragmentiert vorkamen, ansonsten war das Bild zu jeder Zeit sehr ansprechend. Hautcharakteristika der Darsteller und Muster und Verzierungen auf den seidenen Chinesischen Trachten haben sehr beeindruckt. Teils schienen längere Kamerafahrten leicht geruckelt zu haben, da kann ich aber nicht ausschließen, daß es evtl. auch an meinem Gerätesetup lag, da müsste man ggf. andere Meinungen abwarten.
Der Ton ist sauber, v.a. der Soundtrack kommt gut und glasklar rüber. Als Sprache neben Deutsch (DTS 5.1) ist im Übrigen nicht wie in der Amazon-Ariktelbeschreibung Englisch, sondern Mandarin-Chinesisch (DTS 5.1) dabei.
Die Extras sind Standardkost (Interviews, Audiokommentar, Trailer u.ä.), da bin ich aber der falsche Ansprechpartner für ein Urteil, da mich Extras auf den Filmscheiben in schöner Regelmäßigkeit absolut nicht interessieren.
* Anmerkung: Ich bin kein akribischer Pixelvergleicher oder Klangvermesser, meine Meinung ist eher als die eines durchschnittlichen Gelegenheitsfilmschauers zu interpretieren. Technik und ihre Verfahren interessieren mich im Detail nicht, sofern das Ergebnis mich überzeugt.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Vollendung fernöstlicher Filmkunst, 5. Februar 2005
Der Film vereint wie kaum ein anderer künstlerisch-hochwertigst inszenierte Kampfchoreographien, gleichermaßen rechtschaffene, tragische und abgrundtiefe Charaktere, den gesellschafts-historischen/ philosophischen Hintergrund, und Weisheit über den Lebensweg des Individuums. Er stellt eine Bereicherung in jeder Hinsicht dar; auf keinen Fall sollte das Angebot ausgeschlagen werden, sich den Film anzuschauen. Gleichsam bedeutet er faszinierende Unterhaltung und anspruchsvolle Weiterbildung. Das alles wird in optisch und akkustisch angemessener Form präsentiert; der herrlich traditionelle asiatische Soundtrack verschmilzt mit dem Ambiente und unterstreicht so an vielen Stellen die melancholische Grundstimmung. Auch die Schauspieler werden ihrer Rolle gerecht. Jeder einzelne vermag seinen der höchst unterschiedlichen, aber stets interessanten Charakteren pefekt auszudrücken.
Die Handlung ist oberflächlich betrachtet nicht leicht auszudeuten, wesentlich ist aber, dass alle Charaktere auf andere Weise mit ihr verwoben sind und somit jeder seine eigene Geschichte beisteuert, wobei sich diese natürlich im Laufe des Films weiterentwickeln. Die Hauptpersonen Li Mu Bai und Yu Shu Lien ringen zwischen Verpflichtung/ Gewissen und ihren Gefühlen, zwischen Ehre und Selbstbestimmung, während Li immer noch von Rachegelüsten getrieben auf die Spur von Jadefuchs, einer verbitterten und dräumerischen Mörderin, kommt. Deren Schülerin Jen, die eigentliche Hauptperson, steht dabei im Kreuzfeuer der moralischen und gesellschaftlichen Einflüsse und muss ihren eigenen Weg finden und die Aufgaben dieser Zeit bewältigen. Doch wie die Geschichten ineinander greifen, so sind auch die Schicksale der Protagonisten miteinander verbunden.
Insgesamt also ein in höchstem Maße ansprechender und ergreifender, stellenweise sogar prägender Film, der nicht nur seinem Ruf gerecht wird, sondern viel mehr noch dem Anspruch eines legendären Filmklassikers.
"In unserer Welt des Kampfes gibt es lauernde Tiger und verborgene Drachen. Auch in unserer Seele ist Verborgenes versteckt." (Li Mu Bai)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Märchen, Gedicht, Sinfonie, Gemälde, Kunstwerk, 26. Juni 2005
"Kauernder Tiger, verborgener Drache" ist ein umstrittenes Filmkunstwerk: verlacht, gehasst - geliebt, umjubelt. Er ist ein außergewöhnliches Experiment des Regisseurs Ang Lee, der darin nicht nur einen Klassiker der chinesischen Schwertkämpfer-Literatur verfilmt, sondern auch eigene, abenteuerliche und etwas verrückte Ideen seiner taiwanesischen Kindheitsträume umsetzt, wie eine Verfolgungsjagd durch die Baumwipfel eines Bambuswalds.
In einer historisch-mythologisch-märchenhaften Vision von China möchte der Schwertkämpf Li Mu Bai Frieden in der Liebe mit seiner Mitstreiterin Yu Shu Lien finden, obwohl er noch nicht den Mord seines Meisters an dessen Mörderin Jade Fuchs rächen konnte. Darum verschenkt er sein legendäres "Jadenes Himmelsschwert". Doch so einfach geht es nicht. Das Schwert wird geklaut. Später wird er auch auf Jade Fuchs treffen. Parallel zur uneingestandenen Liebesgeschichte zwischen Li Mu Bai und Yu Shu Lien entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Yu Shu Lien und der Gouverneurstochter Jen, die den Banditen Lo liebt, aber mit einem hohen Beamten verheiratet werden soll. Neben Lo liebt Jen ganz besonders ihre eigene Freiheit, was die ganze Geschichte mitbestimmt.
Insgesamt ist der Film nach Aussage des Regisseurs Ang Lee eine Mischung aus chinesischen, manchmal auch klischeehaften Elementen, aber auch aus Elementen, die einem internationalen Publikum verständlicher sind. "Tiger & Dragon" wird man nur dann schätzen und eventuell lieben, wenn man sich auf die für uns fremde Bildersprache einlässt. Am gewöhnungsbedürftigsten ist, dass die Kämpfer auch durch die Luft fliegen können - für einen Historienfilm natürlich ein Unding, in einem Märchen, einem Mythos, einer Fantasie - und das ist "Tiger & Dragon" - aber nur verbildlichter Ausdruck einer Geisteshaltung, die sich wie Fliegen "anfühlt", was man als "Naturüberwindung" oder "Geisteskraft" interpretieren könnte.
Man darf also keinen gewöhnlichen Martial-Arts-Actionfilm erwarten. Dann würde man über weite Strecken hinweg gelangweilt, immerhin aber auch mit ein paar Bonbons getröstet, die sich locker mit Matrix messen können (der Choreograph von "Matrix" und "Tiger & Dragon" ist ein und derselbe). Nicht unberechtigt werden manche unsauber umgesetze Flug-Szenen kritisiert, in denen die Darsteller während eines langen Sprungs oder Flugs durch unnötige Trittbewegungen auffallen. Das irritiert mich auch. Ich denke aber, Regisseur und Choreograph - beide absolute Könner! - haben das willentlich durchgehen lassen. Vielleicht wollte Ang Lee keinen "geleckt"-perfekten Film, sondern einen mit Schönheitsfehlern. Das kennt man ja auch z.B. von Fotografen, die an ihren Modellen gerade kleine "Makel" und "Fehler" schätzen statt langweilige Makellosigkeit und Perfektion, die es sowieso nicht geben kann. Bemerkenswert ist auch, dass die Kämpfe in "Tiger & Dragon" ohne Computertechnik (also ganz anders als in "Matrix") auskommen. Umso mehr hält man den Atem an, gerade beim großen Kampf zwischen Yu Shu Lien und Jen, dem Martial-Arts-Highlight des Films und vielleicht auch der Filmgeschichte.
Neben den packend choreographierten Kämpfen und den zwei Liebesgeschichten der vier Hauptfiguren darf eine große Portion Verrat, Rache, Abenteuer, Dramatik und Tragik natürlich nicht fehlen. Der ganze Film hat zudem auch noch eine stark philosophische Note: Zen, Suche nach Frieden und Glück, aber auch Philosophiekritik, ebenso wie Heldentumskritik.
Die oscarprämierte Filmmusik ist wunderschön. Kein geringerer als der chinesische Star-Komponist Tan Dun hat sie komponiert. Der berühmte Cellist Yo-Yo Ma verzaubert zusätzlich mit herzzerreißenden Solo-Partien. Deren chinesische Namen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich bei ihnen um international renommierte Musiker handelt! Und die Filmmusik spricht für sich - buchstäblich, denn sie verleiht manchen Schlüsselszenen und damit dem gesamten Film eine andere Stimmung und damit eine andere Aussage, als Handlung und Bilder allein vermuten ließen.
Oscars gab es für die Kamera, die Musik, das Produktions- und Kostümdesign sowie für den besten fremdsprachigen Film, außerdem sechs weitere Oscar-Nominierungen, u.a. für den besten Film und für die Regie. Gegenüber "Gladiator", dem Oscar-Gewinner für den besten Film 2000, würde ich Tiger & Dragon tausendmal vorziehen (und "Gladiator" mit 3 Sternen glücklich sein lassen).
Dieser Film wird alle begeistern, die China, Mythos, Märchen, Fantasie, Liebe, Zen, Martial Arts, Abenteuer, Stille und Andacht, Musikgenuss, Bilderpracht, Spannung, Dramatik, Tragik, Gewalt und Tod sowie alle anderen Aspekte, die mir nun nicht einfallen, in einer meisterhaften Verbindung auf sich wirken lassen wollen.
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