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Produktinformation
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Um Wuxia über seine B-Movie-Ursprünge zu heben und dessen Reiz für das Publikum zu erhöhen, tat Lee zwei wichtige Dinge. Erstens versammelte er eine Allstar-Mannschaft talentierter Schauspieler, in der er die berühmten asiatischen Darsteller Chow Yun-fat und Michelle Yeoh mit dem beeindruckenden, charismatischen Newcomer Zhang Ziyi zusammenführte. Hinter den Kulissen setzte Lee den Kameramann Peter Pau ein und den legendären Kampfsport-Choreografen Yuen Wo-ping, der außerhalb Asiens hauptsächlich für seine Arbeit für The Matrix bekannt ist. Zweitens adaptierte er für den Film einen chinesischen Abenteuerroman von Wang Du Lu und konzentrierte sich dabei nicht auf die Suche nach dem "Das grüne Schicksal" genannten legendären Schwert, sondern vielmehr auf den Kampf seiner weiblichen Hauptfiguren gegen gesellschaftliche Verpflichtungen. In seinen Händen werden die obligatorischen Kampfszenen zu einer neuen Ausdrucksform für die individuellen Stimmungen seiner Charaktere und deren Konflikte mit der Gesellschaft und miteinander.
Das Filmen selbst erforderte immense Anstrengungen von allen Beteiligten. Chow und Yeoh mussten Mandarin-Chinesisch lernen, das Lee dem sonst üblichen Kantonesisch vorzog, um dem Film eine klassischere, lyrischere Stimmung zu verleihen. Die erstaunlichen Kampfszenen zwischen Jen (Zhang) und Yu Shu Lien (Yeoh) auf den Dächern sowie zwischen Jen und Li Mu Bai (Chow) auf den Ästen eines Bambushains erforderten wochenlange Anstrengungen mit Draht und Gurten. Das Endergebnis ist eine nahtlose Mischung aus Action, Liebe und Gesellschaftskritik in einem populistischen Film, der -- wie sein junger Star Zhang -- mit balletthafter Grazie und Würde schwebt. --Eugene Wei
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Bei so einem Regie-Kaliber darf man natürlich keinen 08/15 Film erwarten, in dem nur gekämpft wird, sondern da steht eine große psychologische Spannung hinter der Story. Es geht um Gefühl und Verstand (wie schon in "Sense and Sensibility") und das Aufbegehren gegen gesellschaftliche Konventionen.
Oft wurde dem Film vorgeworfen, daß die Menschen fliegen können. Nun, das ist in der chinesischen Mythologie so verankert, und in jedem Martial Arts Film, der im Mittelalter spielt, können Menschen fliegen. Ich erinnere nur an den im Westen sehr populären Film "A Chinise Ghost Story". In der westlichen Kultur gibt es ja auch Figuren wie Superman oder Batman und ein Pfefferkuchenhaus im Wald habe ich noch nicht gefunden.
Fazit: Psychologisch tiefgängige Story mit Martial Arts Kampfszenen auf allerhöchstem Niveau.
Das Bild ist nicht schlecht, könnte aber besser sein. Viel mehr Sorgen bereitete mir der Ton, denn in welcher der vier Fassungen ich ihn auch hörte: aus den Rears kam nicht sehr viel. Die Spur für den Center ist in der deutschen Fassung ziemlich leise abgemischt, so daß die Dialogverständlichkeit in der chinesischen Fassung am größten ist. Aber wer spricht schon Mandarin?
Die Extras, die sich auf einer Extra-DVD befinden, bestehen aus einem 20minütigen Schulterklopf-Making-Of und einem sehr interessanten Interview mit Michelle Yeoh. Sonst gibt es nur Texttafeln und Bilder: zu wenig für eine Extra-DVD. Wer auf analytische Ausführungen über die chinesische Kampfkunst hofft: Fehlanzeige.
In Wirklichkeit aber geht es in dem Film um verborgene Gefühle, um die Selbstbestimmung des Lebensweges, um Vergebung, Geduld, Ehre und neue Chancen.
Dieses fernöstliche Märchen enthält die typischen Merkmale der Schwertkämpferfilme. Die von Action-Gott Yuen Woo Ping inszenierten atemberaubenden Kampfsequenzen sind mal schnell und energiegeladen und dabei so filigran choreographiert und geschmeidig, daß sie eher wie ein Tanz wirken, mal ruhig, malerisch und wunderbar poetisch - etwa wenn Menschen im Gleitflug um Baumwipfel schweben -, aber immer elegant, dramatisch und faszinierend.
Dennoch kann man dieses Drama nicht als actionlastig bezeichnen. Mit viel Sensibilität für kleine Gesten, fast zärtlich stellt Regisseur Ang Lee die übergroßen, aber eingeengten Gefühle der Protagonisten dar, die auch den Zuschauer ergreifen, wenn er schafft, sich auf die ruhige, leise Erzählweise einzulassen. Was genau das Problem ist: Das Genre ist nach wie vor vielen fremd und deshalb unverständlich. Man muss sich im klaren sein, dass es sich um eine märchenhafte Erzählung handelt, in denen Kampfkünste nicht nur aus Muskelkraft resultieren, sondern durch jahrelange Meditation und Einklang von Körper und Geist entstehen - weshalb Geisteskraft über Körperkraft steht, alte Menschen und zierliche Frauen (wie hier) prinzipiell nicht unterlegen sind und Schwerkraft ein Hindernis ist, das von mächtigen Kämpfern gemeistert wird.
Sich bei Tiger & Dragon über die ‚Fliegerei' zu beschweren und diese sogar als albern zu bezeichnen ist daher genauso unangemessen wie bei einem Musical über Gesangseinlagen zu schimpfen und bei einem Disney-Film (oder einer Fabel) darüber zu meckern, dass Tiere sprechen können. Denn die Schwerelosigkeit gehört genauso zum Wesen dieses Filmgenres.
Wer es also schafft, sich auf den Film und die östliche Erzählweise einzulassen und diese zu respektieren, erlebt diese Hommage von Ang Lee an traditionelle chinesische Schwertkämpfer-Opern, die virtuos, leicht, dennoch dramatisch und traurig-schön inszeniert ist; die charismatischen, mit zurückhaltender Leidenschaft und Gefühl für kleine Gesten spielenden Darsteller; den fulminanten und oscargekrönten Score von Tan Dun und einen gänsehauterzeugenden Cello; elegante, virtuose und energiegeladene Kampfszenen, die dem Rest des Filmes in Ästhetik und Poesie in nichts nachstehen, kurz: die zeitlose, ergreifende und atemberaubende Schönheit dieses Meisterwerkes.
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