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Um Wuxia über seine B-Movie-Ursprünge zu heben und dessen Reiz für das Publikum zu erhöhen, tat Lee zwei wichtige Dinge. Erstens versammelte er eine Allstar-Mannschaft talentierter Schauspieler, in der er die berühmten asiatischen Darsteller Chow Yun-fat und Michelle Yeoh mit dem beeindruckenden, charismatischen Newcomer Zhang Ziyi zusammenführte. Hinter den Kulissen setzte Lee den Kameramann Peter Pau ein und den legendären Kampfsport-Choreografen Yuen Wo-ping, der außerhalb Asiens hauptsächlich für seine Arbeit für The Matrix bekannt ist. Zweitens adaptierte er für den Film einen chinesischen Abenteuerroman von Wang Du Lu und konzentrierte sich dabei nicht auf die Suche nach dem "Das grüne Schicksal" genannten legendären Schwert, sondern vielmehr auf den Kampf seiner weiblichen Hauptfiguren gegen gesellschaftliche Verpflichtungen. In seinen Händen werden die obligatorischen Kampfszenen zu einer neuen Ausdrucksform für die individuellen Stimmungen seiner Charaktere und deren Konflikte mit der Gesellschaft und miteinander.
Das Filmen selbst erforderte immense Anstrengungen von allen Beteiligten. Chow und Yeoh mussten Mandarin-Chinesisch lernen, das Lee dem sonst üblichen Kantonesisch vorzog, um dem Film eine klassischere, lyrischere Stimmung zu verleihen. Die erstaunlichen Kampfszenen zwischen Jen (Zhang) und Yu Shu Lien (Yeoh) auf den Dächern sowie zwischen Jen und Li Mu Bai (Chow) auf den Ästen eines Bambushains erforderten wochenlange Anstrengungen mit Draht und Gurten. Das Endergebnis ist eine nahtlose Mischung aus Action, Liebe und Gesellschaftskritik in einem populistischen Film, der -- wie sein junger Star Zhang -- mit balletthafter Grazie und Würde schwebt. --Eugene Wei
Verpackt ist das ganze in wundervollen Landschaftsbildern und Kameraführung, untermalt mit dem himmlischen (und niemals aufdringlichen) Score von Tan Dun und Yo-Yo Ma, der einen gekonnt an die alten klassischen Kung-Fu-Fantasie Filme aus den 70er Jahren erinnert.
Schwert- und Martial-Arts-Kämpfe bekommt der geneigte Zuschauer einige zu sehen, welche in wundervoller Detailverliebtheit, Wagemütigkeit und "Aha!" - Effekten, den Zuschauer gekonnt in seinen Bann zu ziehen wissen und fast schon wie eine Remisenz (und zugleich Steigerung!) der klassischen Kung-Fu/Martial-Arts Filme darstellt.
Ungewohnt unblutig kommen allerdings fast sämtliche Kämpfe daher... dies stört aber nicht sonderlich, da hier wirklich anzumerken ist, das mehr Liebe in die Kampfkunstdarstellung selbst gelegt wurde, als Geld für (unnötiges) Kunstblut auszugeben (also kein Vergleich zu z.B. "Kill Bill" *gg*).
Gut, ob dies nun wirklich so schon im original Drehbuch vorgesehen war, oder ob an dieser Stelle nicht doch das "grosse" Hollywood (u.a. Geldgeber und Mitvertrieb) diskret einen "Riegel vorgeschoben" hat (niedrigere Altersfreigabe = mehr Einnahmen)... das ist leider nur schwer zu beantworten. Aber wie gesagt: stören tut dies in diesem Falle wirklich nicht.
Auch sind die Hauptrollen mit u.a. Chow Yun Fat (dem Kenner bereits noch aus seiner glorreichen Hong Kong Zeit in den 90ern unter (u.a.) Regisseur John Woo bekannt), Michelle Yeoh (u.a. "Tomorrow never dies" - James Bond), Chang Chen und Zhang Ziyi hervorragend, passend und absolut überzeugend besetzt!
Fazit: Regisseur Ang Lee (u.a. "Das Hochzeitsbankett") hat mit "Tiger & Dragon" eine wundervolle und liebevolle Hommage an das asiatische Kino zu Tage gebracht, an dem wahrlich nicht nur Fans der Filme aus den 70ern ihre helle Freude haben werden. Bitte zugreifen also! :)
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