...so die sinngemäße Deutung des Filmtitels in seiner originalen Fassung.
"Tiger & Dragon" entführt uns in eine fremde Welt, in der Mythen und Legenden noch heute ihre Gültigkeit haben. In diesem epochalem Werk von Regisseur Ang Lee - in seiner Heimat ein absoluter Star - läßt man sich vollends eintauchen in eine Erzählung, die fernab des üblichen Hollywood-Kinos angesiedelt ist. Man sollte sich auch bewußt sein, hier keine alltägliche Film-Kost serviert, sondern vielmehr die Mentalität, die Geschichte und die Weise einer geheimnisvollen Kultur präsentiert zu bekommen. Wenngleich der Film weltweit hohe Einspielergebnisse erzielen konnte, ist er ein klassischer Vertreter des World- und Arthouse-Cinema. Und "Tiger & Dragon" kann man durchaus als Einstiegsdroge in dieses Genre sehen, selbst wenn man dieser Art von Filmen bisher reserviert gegenüberstand - ist es doch eine raffinierte, spannende und actiongeladene Story um ein sagenumwobenes Schwert, die in den perfekt choreografierten Martial Arts-Kämpfen (Yuen Wo-Ping, er zeichnete schon für die spektakulären Sequenzen in "Matrix" verantwortlich) ihner Höhepunkt finden. Die Zutaten, die einen wirklich guten Film ausmachen, sind in reichem Ausmaß vorhanden und sind fein abgeschmeckt durch die lyrische Bildsprache des Regisseurs. Hier werden Gesetze von Schwerkraft und Physik außer Kraft gesetzt - vorallem visuell wird oppulentes geboten, natürlich auch in den wunderschön fotografierten, unberührten Landschaften Chinas. Ein faszinierendes Land mit seiner typischen Architektur, unverfälscht wiedergegeben. Die Bilder strahlen detailreich in wunderbaren Farben, der Ton ist atmosphärisch und kraftvoll - optional in Mandarin-Chinesisch zu genießen, der Authentizität wegen.
Schon jetzt ein zeitloses Werk.