Ausgehend von einer gefährlichen Bären-Begegnung während einer Kanada-Reise unter indianischer Obhut, nähert sich Fischer-Rizzi zwölf Tieren, denen sie sich verbunden fühlt. Dabei zieht sie neben eigenen Erfahrungen mythologische und aktuelle wissenschaftliche Quellen heran. - Wer vermutet, dass das Buch nach dem indianischen Einstieg in esoterische Plattheiten oder indianische Klischees abgleitet und sich Bison und Adler widmet, liegt verkehrt. Vielmehr richtet sich der Blick v.a. weiträumig auf die eigenen, europäischen Wurzeln. Bär, Delfin, Fuchs, Hausgrille (!), Hund, Katze, Luchs, Pferd, Rabe, Rind, Schwein und Wolf werden erzählend vorgestellt. Statt bloßer biologischer Fakten erfährt man Überraschendes und Berührendes über die Tier-Mensch-Verbundenheit von der Vorzeit bis heute. Eindrucksvolle Fotos unterstreichen die Tierporträts treffend.
Abschließend richtet sich die Perspektive auf den Menschen, der sich die Tiere 'untertan' machte, inzwischen aber ihr Wesen (wieder) erkennt, was Forscherinnen wie Jane Goodall zeigen. Im Anhang finden sich Hinweise auf Organisationen und Literatur zu den vorgestellten Tieren.
Der vorherige Titel (Tierverbündete) dieser unveränderten Neuauflage ließ eher auf die Beschäftigung mit Totemtieren o.ä. schließen. Der neue Titel bringt den einfühlsamen Inhalt noch besser zum Ausdruck.
Fazit: Ein Leseerlebnis, das viele Denkanstöße gibt. Man ertappt sich dabei, die sogenannte Biophilie weiter ergründen oder aber im nächsten Frühling den Gesängen der Grillen genauer lauschen zu wollen.