Durs Grünbein erzählt. Er malt und er unterhält. Er beginnt zu forschen und er prüft und dann irgendwann erzählt er einen Witz.
So geht dieses große Verswerk in romanhafter Weise mit dem Winter um, mit Deutschland und mit Descartes.
Dieser bedeutende Physiker und Mathematiker, der im "Cogito ergo sum" sich selbst, seine Selbstgewißheit also fand und dennoch (deshalb?) immer auch auf der Suche war, "Gottesbeweise" zu finden, dieser bedeutende Mann ist sein Protagonist hier in seinem großartigen Werk.
Und so geht es hinein in diese unsere Welt, daß es ein Vergnügen ist. Dennoch werden wir ab und zu an etwas erinnert, daß wir wohl schon einmal erlebt oder gelesen haben. Historie und Mathematik, Erinnerung an Gespräche zwischen Faust und Mephisto, eigene Gefühle, alles ist verarbeitet und zwar kunstvoll bis zur Erschöpfung oft.
Viele Stunden werden wir benötigen, und das soll und wird uns trösten, bis wir dieses Buch zur Seite legen werden. Denn immer wieder können wir es zur Hand nehmen und dann, ja dann werden wir hineingenommen in eine Welt nicht nur der geistigen Bilder, der Ideen, nein auch in unsere körperlichen Bezüge trifft der Strahl der Erkenntnis einmal mehr und einmal freundlich, wie es sich gebührt für einen, der ein Dichter ist, ein poeta doctus eben.