Vor kurzem ist ein hochinteressantes Buch meines deutschen Kollegen und ehemaligen Amtstierarztes Dr. Hermann Focke erschienen. Er war einer der wenigen, der seinen Beruf wirklich und bis zur letzten Konsequenz ernst nahm und immer wieder die himmelschreienden Mißstände bei den internationalen Tiertransporten, aber auch bei der grauenhaften, institutionalisierten Massentierhaltung aufzeigte. Nicht nur das, er unternahm immer wieder alles in seiner "Macht" stehende, diese Mißstände abzustellen. Aber auch er hatte Vorgesetzte bzw. Beamtenkollegen, die seine Bemühungen, zumindest den wenigen existierenden Tierschutzbestimmungen gerecht zu werden, permanent durchkreuzten. Sie waren somit weniger der ihr übertragenen Aufgabe, dem Tierschutz, verpflichtet, sondern vielmehr den oft mafiösen Kreisen in Wirtschaft und Politik, die aus dem unsäglichen Leiden von Abermillionen von "Nutz"-Tieren ihre Profite schlugen - und leider immer noch schlagen.
So verwundert es auch in Österreich nicht weiter, wenn die unzähligen Anzeigen von Tierschützern bei Amtstierärzten und Behörden zum überwiegenden Teil im Sand verlaufen, und man oft nur den Kopf schütteln kann, was eigentlich noch alles passieren muß, damit endlich einmal ein offensichtlicher, professioneller Tierschinder vor Gericht landet und verurteilt wird. Dieses Buch ist ein Hoffnungsschimmer, daß die Mauer des Schweigens vor diesen tagtäglichen Verbrechen an unseren Mitgeschöpfen endlich etwas durchlässiger wird.