Geschichte galt lange Zeit als staubtrockene Disziplin, die sich weit ab von Alltagsfragen ausschließlich Zahlen und Daten zuwandte. In den letzten Jahren wird dieses Klischee jedoch zunehmend aufgebrochen und bislang unbeachtete Themen werden Gegenstand der Geschichtsforschung.
Neuestes beeindruckendes Beispiel dieser Entwicklung ist der Band "Tierische Geschichte", der anhand zahlreicher Einzelfälle eindrucksvoll verdeutlicht, welche Rolle die Tiere in der menschlichen Kultur spielen.
Dabei geht es nicht darum, die Rolle der Tiere in der abendländischen Gesellschaft zu beleuchten, sondern anhand von ausgewählten Einzelfällen herauszustellen, wie komplex und vielschichtig das Mensch-Tier-Verhältnis der letzten 300 Jahre ist. Dabei kommen in den einzelnen Beiträgen oft Hunde zur Sprache, aber auch Nashörner oder Alligatoren werden behandelt.
Außerdem geht es um strukturelle Fragen, wenn Sodomie vor Gericht oder die Tierschutzbewegung beleuchtet werden. Der Band zeigt eindrucksvoll, dass der historischen Tierforschung weit mehr Aufmerksamkeit gebührt als sie bislang aus fachlichen Kreisen erhalten hat, und lässt auf weitere Forschung hoffen.
Katja Angenent, Vegetarierbund Deutschland e.V. (www.vebu.de)