'Fleisch muss wieder kostbar und wertvoll werden. Lieber halb so viel, aber doppelt so gut!' ' mit diesem Grundgedanken hat Karl Ludwig Schweisfurth, Metzgermeister und Gründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die 'Symbiotische Landwirtschaft' entwickelt. Das erprobte Konzept zur handwerklichen Erzeugung von Lebensmitteln höchster Qualität dient dem Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen und ist durch einen achtsamen Umgang mit den Tieren bis zum Tod und darüber hinaus gekennzeichnet. Verschiedene Tierarten leben in Weidehaltung zusammen und profitieren voneinander. Das in ländlichen Gemeinden errichtete Schlacht-Fest-Haus mit Warmfleisch-Metzgerei und Verkaufsraum knüpft an die Kultur des Schlachtfestes an und belebt sie auf zeitgemäße Art. So wird die Umwandlung von Leben in Lebens-Mittel wertschätzend und transparent gestaltet und in die Lebenswelt der Verbraucher zurückgeholt.
Begleitend zum Buch, das sich fast wie ein Roman liest, weil es in einer sehr erfrischenden, bildlichen Sprache geschrieben wurde (wirklich alles andere als ein trockenes "Sachbuch") hat Schweisfurth gemeinsam mit dem Filmemacher Bertram Verhaag auch ein Video produziert, das Mitte Februar 2011 im Kulinarischen Kino der Berlinale zu sehen ist. Außerdem gibt es als Hintergrundinfo die Internetseite "Tierisch gut leben", auf der Schweisfurth selbst in einem Tagebuch über aktuelle Fortschritte berichtet.
Die Symbiotische Landwirtschaft wurde in Form von 'Leuchtturmprojekten' in ganz Europa bereits erfolgreich realisiert. Karl Ludwig Schweisfurth präsentiert angesichts von immer wiederkehrenden Lebensmittelskandalen (zuletzt der aktuelle Dioxin-Skandal) eindrucksvoll einen praktikablen und spannenden Lösungsweg, der altes Wissen und ethische Grundwerte mit neuen Denkansätzen verbindet.