Wer gern und oft ließt, der weiß, daß Bücher meist reine Geschmackssache sind. Sach- und Fachbücher haben in dieser Hinsicht deshalb häufig einen schweren Stand. Mit Informationen vollgestopft und aus lehrmeisterlicher Feder stammend, sind sie oft trocken und vermögen es so gar nicht den Leser an sich zu fesseln. Mit dem Buch „Tierfotografie - Begegnung von Mensch und Tier" von Fritz Pölking hält der Leser ein Buch in der Hand, welches überhaupt nicht dem typischen Lehrbuchklischee entspricht. Mit Sachverstand und großem Erfahrungsschatz aus vielen Jahren Tierfotografie ist es ihm gelungen ein Buch zu schaffen, das Fotoanfänger als auch Fortgeschrittene für die Tierfotografie zu begeistern vermag. Aufbauend auf sein Buch „Naturfotografie - Tiere, Pflanzen, Landschaften" gibt Pölking dem Fotointeressierten eine Anleitung, die ihm den Einstieg in die Tierfotografie erleichtert, oder aber eine Verbesserung der eigenen Fotos ermöglicht. Unterstützt wird das durch viele professionelle Bildbeispiele aus Pölkings Archiv. Es ist aber nicht nur die Fülle von Informationen, die den Leser fesselt, sondern auch Pölkings unverwechselbarer Schreibstil. Schlägt man die erste Seite auf und beginnt zu lesen, so fühlt man sich in ein Gespräch zwischen Gleichgesinnten versetzt. Pölking geht auf seine Leser zu und schafft so eine gewisse Verbundenheit, ja eine Atmosphäre des Wohlbefindens. Eine typische Lehrer - Schüler - Beziehung, oft geprägt von Konflikten und gegenseitigem Mißverständnis, entsteht so erst überhaupt nicht. Neben Ausrüstung, Technik und Vorgehensweisen werden aber auch andere wichtige Themen wie Natur- und Artenschutz sowie das Verhalten in der Natur angesprochen, in meinen Augen ist dies ein Kapitel, daß in vielen anderen Büchern zu kurz angerissen wird oder ganz fehlt. Im Großen und Ganzen gesehen ist „Tierfotografie" ein Buch, das von seinem Autor und dessen hervorragenden Bildern lebt und das für das Bücherregal eines jeden Foto- und Naturfreundes eine Bereicherung darstellt.