Mit - Tiere bis unters Dach - ist den Filmproduzenten eine Serie gelungen, die uns einerseits aufzeigt, wie schön es sich in einer gesunden und intakten Familie leben lässt, in der sich alle Beteiligten sehr würdevoll und mit großem persönlichem Engagement um verletzte oder misshandelte Tiere kümmern, aber uns anderseits auch mit der traurigen Realität konfrontiert, wie würdelos sich unsere kalte und mittlerweile oftmals auch sozial absolut inkompetente Leistungsgesellschaft gegenüber ihren Mitmenschen verhält. Waren in der ersten Staffel bereits das von Widersache getränkte Verhalten einiger Menschen, sowie das völlig indiskutable soziale Auftreten von Bürgermeister Vinzenz Grieshaber schon so unerträglich, dass ich mich fast heimisch fühlte, so durfte ich mich beim Anschauen der zweiten Staffel wirklich richtig zu Hause fühlen, denn die Produzenten schraubten gerade in den Bereichen - Intrigen, Widersache, Mobbing und vergiftete Rivalität - die Intention noch etwas höher, so dass die dargestellte Härte nahezu die Realität, bzw. die aktuelle soziale Lebenswelt unserer Kinder Eins zu Eins widerspiegelt.
Nahezu jede zweite Ehe oder Lebensgemeinschaft geht heutzutage in die Brüche. Wenn man diese Serie anschaut, dann weiß man auch warum, denn für kein Geld der Welt wollte ich mit einer dieser intriganten und hinter dem Rücken herhetzenden Frauen ("Giftspritzen") verheiratet sein, noch wollte ich, wenn ich eine Frau wäre, mit dem "Ekelpaket" Vinzenz Grieshaber zusammenleben müssen. So ist es auch wenig verwunderlich, dass sich die Kinder in dieser Serie ganz getreu nach ihren Vorbildern (den Eltern) und dem bekannten Sprichwort: "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" gegenüber ihren Mitmenschen (Mitschülern) verhalten, und dass Greta und ihre Freunde dadurch auch dieses Mal eine Reihe von ganz entsetzlichen verbalen Schikanen und Sticheleien ausgesetzt sind. Vor allem Jonas, der Sohn von Vinzenz Grieshaber, spürt, dass das Verhalten seines Vaters falsch ist, und leidet enorm unter dieser gerade erwähnten negativen gesellschaftlichen Entwicklung. Auch die traurige Tatsache, dass wir uns immer stärker zu einer anonymen und völlig abgestumpften "Ist-mir-doch-egal-Gesellschaft" entwickeln; also zu einer Gesellschaft, wo sich viele Menschen nicht mehr wirklich für ihre Mitmenschen oder ihre Umwelt interessieren, kommt in dieser Staffel ebenfalls wieder sehr gut rüber.
Greta und ihre Familie, sowie ihre Freunde Jonas und Paul, stellen hier in der Tat einen kleinen positiven Gegenpol zu einer großteils unmoralischen, bzw. nicht liebenswerten Gemeinschaft dar, und zeigen in diesem Zusammenhang mit ihrem vorbildlichen Sozialverhalten sehr eindrucksvoll, dass es wirklich schöner ist, füreinander da zu sein, und miteinander etwas zu erreichen, anstatt gegeneinander zu arbeiten oder zu rivalisieren.
So leistet auch die zweite Staffel dieser Serie einen uneingeschränkten und sehr wertvollen Beitrag für die Vermittlung sozialer Kompetenz, und sollte daher in keiner Familie fehlen, vor allem nicht in Familien, in denen Eltern sehr darauf bedacht sind, dass sich ihre Kinder später einmal zu anständigen, einfühlsamen, und verantwortungsvollen Menschen entwickeln können.