"Nebelufer" ist der zweite Teil der Tiefwasser-Reihe und aus der Feder von Jaleigh Johnson.
Den Leser erwartet auf fast vierhundert Seiten ein weiterer eigenständiger und in sich abgeschlossener Roman aus Tiefwasser. Diesmal mit dem Hauptaugenmerk auf die verachtete Gegend des Nebelufers, wo Schiffe vor sich hin rotten, Mörder, Monster, Diebe und Huren ihr Tagewerk verrichten. Icelin, die junge Frau, wird dabei in ein Abenteuer gezogen, dessen Ausmaße sie lange Zeit nicht einmal abschätzen kann - ihre Familie ermordet, ihre Verbündeten unter ständigem Angriff ihrer Gegner. Alsbald muss sie einiges herausfinden und sich einfallen lassen, um auch die nächste Nacht zu überleben. Dabei muss sie sich zuerst auf ihren alten Bekannten Kersh und im späteren Verlauf auf den Ganoven Ruen und ihren neuen Begleiter Sull verlassen.
Dabei hat sich Jaleigh Johnson viel Mühe gegeben, neben einer gut strukturierten Geschichte auch viele beschreibende Aspekte in das Werk einfließen zu lassen. Die Schattenseiten des Nebelufers - und eigentlich gibt es dort nur dunkle Ecken - werden ansprechend mit Leben gefüllt. Charaktere, Geschichten und Schicksale werden teilweise zwar fragwürdig, aber meist unterhaltsam miteinander verknüpft. Die einzelnen Figuren sind schnell durchschaut und bleiben ihren Rollen treu, während das Abenteuer auf einen großen Showdown zusteuert, welcher bezaubern kann.
Insgesamt überzeugt auch "Nebelufer" mit einer charmant-verspielten Geschichte mit Mystik, Hass, Liebe und einer gehörigen Portion Abenteuer. Solide verarbeitet und toll erzählt. Kurzum: Das Lebensabenteuer von Icelin ist empfehlenswert!