Es ist nicht ganz einfach, diesen Kriminalroman zu bewerten. Wenn man das Ermittlerteam nicht kennt (es ist deren vierter Fall), zieht sich der Anfang sehr in die Länge, denn die persönlichen Querelen gehen einen wenig an. Man möchte gern, dass etwas passiert. Nach sechzig, siebzig Seiten wird es besser, dann ist man schon sehr fasziniert von den wirklich unterschiedlichen Mord- bzw. Entführungsfällen, um die es hier geht. Das Spannende ist anschließend die Frage, ob es dem Autor wohl gelingen kann, diese Vorkommnisse aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Außerdem gewinnt man die ermittelnden schwedischen Polizisten und Polizistinnen langsam lieb. Einzelheiten aus ihrem Privatleben stören jetzt nicht mehr. Aber es bleibt immer noch die Frage: Wird der Roman als Krimi scheitern oder nicht?
Er tut es nicht. Was ich lange nicht für möglich gehalten habe, gelingt dem Autor ohne jeden Glaubwürdigkeitsverlust. Alle Fäden entwirren sich, alles hängt zusammen. Kompliment. (Nur die etwas lahme Einführung ist für den einen Stern Abzug verantwortlich.)