Frauen können grausam sein. So auch meine beste Freundin aus Schultagen. Nachdem ich ihr Dolly Busters Krimi geschenkt hatte, fragte sie mit einem zynischen Unterton in der Stimme: „Kann man DAS überhaupt offen herumliegen lassen?" Ja, man kann. Wenn man denn in der Lage ist, das Buch nach den ersten Seiten überhaupt noch aus der Hand zu legen.
Dolly Busters Heldin Lilly Delight ist eine Figur, bei der man sich oft fragt, ob sie Dinge erlebt, die Anekdoten aus Dolly Busters eigenem Leben sein könnten. Spätestens wenn Lilly Delight der Portierfrau im Sendezentrum begegnet ist begreift man, dass Dolly Buster sogar ihre Nebenfiguren spannend in Szene zu setzen weiß. Das sind kluge und witzige Beobachtungen aus dem Alltag. Humor und Spannung behindern sich nicht gegenseitig, denn Dolly Buster hat ihre Geschichte (und den Leser) bis zur letzten Seite unter Kontrolle. Hochachtung. Ich habe Dolly Buster einiges zugetraut, aber niemals erwartet, von der Handlung so in den Bann gezogen zu werden, dass ich auf ihren nächsten Roman warte. Talentiert, originell und sehr unterhaltsam.