Eugen Drewermann, der "Konsalik" unter den Theologen (auf die Anzahl seiner Veröffentlichungen bezogen) geht mit diesem 2 bändigen Werk (fast) vollständig neue Wege in der Hermeneutik. Auch für Nicht-Theologen ist dieses Werk spannend und verständlich. Drewermanns Wissen über Mythen und Riten der (Natur-)Völker ist enorm und fließt - unterstützt durch einen grossen Fußnotenapparat - in seine Argumentation ein. Dass D. hauptsächlich ältere theologische Veröffentlichungen zitiert unterstützt seine Argumentation, geht aber auf Kosten des wissenschaftlichen Anspruchs. Auch seine Kritik an der historisch-kritischen Methode ist oft berechtigt, aber sehr polemisch. Dennoch ist dieses 2 bändige Werk ein Muss für jeden Bibelinteresierten, der seinen Horizont gerne erweitern möchte, nicht zuletzt auch durch die vielen Beispiele am Ende jedes Bandes.
Anzumerken ist noch, dass G. Lohfink und R. Pesch auf dieses Buch ebenfalls mit einem Buch ("Tiefenpsychologie und keine Exegese") geantwortet haben, woraufhin D. diese beiden mit seiner Veröffentlichung "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" strafte. :-)