Dieses Hörspiel könnte durchaus aus den 60er Jahren stammen. Würde man ein älteres Werk von Durbridge zum Vergleich hören, man würde wohl kaum einen Unterschied feststellen. Dies liegt zum einen an Durbridges unverwechselbarem Stil, der Atmosphäre und an der Musik von Martin Böttcher. Böttcher schrieb Melodien für Klassiker wie „Der Alte", „Derrick", oder „Das Stahlnetz". Tatsächlich wurde das Theaterstück „Tief in der Nacht" erst 1991 in London uraufgeführt. Sehr erfreulich, dass das Hörspiel ganz im alten Stil produziert wurde und man nicht versucht hat, es neu und modern zu gestalten. Wer die „Temple-Fälle" von Durbridge kennt, weiß um die Spannung, die sich über Stunden hält, bis man endlich den Täter entlarvt hat. In diesem Fall sind es nur 54 Minuten, aber diese sind vom Anfang bis zum Ende spannend.
Das im Jahr 2000 produzierte Hörspiel erschien bereits 2001 etwas aufwendiger bearbeitet mit einem 16seitigen Booklet. Durch dieses erfuhr man sehr viel über Durbridge als Person, seine Werke und die Personen, die bei dem Hörspiel mitwirken. Dies diente zwar nicht direkt dem Verständnis für das Hörspiel, war aber sehr interessant, da einige bekannte Größen wie Martin Böttcher, Friedhelm Ptok oder Peter Fricke vertreten sind. Auf ausführliche Informationen muss man bei dieser Pocket-Version verzichten, dafür ist sie wesentlich günstiger und schont den Geldbeutel.
Ein Hörspiel lebt durch seine Sprecher, und hier ist es ein echtes Vergnügen, ihnen zuzuhören. Es wäre schön, wenn noch weitere Produktionen dieser Art folgen würden!