Sekündlich schwankt meine Meinung zu diesem Film von 1 bis 5 Sterne, deshalb wähle ich die goldene Mitte. Terry Gilliam hat als Teil von Monty Python Weltruhm erlangt und schuf u.a. mit Brazil Meilensteine des Kinos.
Doch zuletzt wurden seine Drehbücher immer abgefahrener, entgleisten vielfach in einen wahren Sturm aus Bildern, hinter dem eine stringente Handlung leider zurückstehen musste. So ist auch Tideland mit der wahnsinnig begabten Jodelle Ferland in der Hauptrolle ein Reigen aus übersinnlichen und surrealen Bildern, eine Aneinanderreihung aus Wahnsinn, Verdrängung und kindlicher Fantasie, aber das allein reicht nicht aus für einen guten Film. Zudem spielt der Film teils etwas ungeschickt mit verschiedenen Tabuthemen, ohne sie in den Mittelpunkt zu rücken, aber doch so offensichtlich und stetig, dass man sich etwas mehr Tiefe erwartet hätte.
Die Leistung der Schauspieler, Kamera und Spezialeffekte sind durchweg nicht zu beanstanden, Jeff Bridges scheint einen Abgesang auf seine Verkörperung von 'the Dude' anzustimmen und Janet McTeer, die mir bis dato noch nicht unterkam, spielt die Rolle der verrückten Landeule mit schier ent- und verrückter Begeisterung.
Am Ende bleibt man als Zuschauer verwirrt und ratlos zurück, zutiefst beeindruckt von den Bildern, abgestoßen von der wenigen Handlung und vielleicht auch etwas überfordert von all den Dingen, die Terry Gilliam in diesen Film packen wollte.