Als filigraner französischer Tastentänzer wurde Alexandre Tharauf bezeichnet. Hört man die Piecen von Couperin wird dieses Urteil mehr als bestätigt. Zitat:"Ein betörendes Spiel mit Francois Couperin, ein Klavierspiel, dessen Raffinement schwer zu übertreffen sein dürfte. Tharaud versteht sich auf die Kunst der Auszierung, auf die Leichtigkeit im Schweren, auf eine Charakterschärfe, deren Pointierungslust schier grenzenlos scheint." Tharaud formuliert seine Heransgehensweise so:"Gerade das Wissen, daß diese Musik nicht für das Klavier geschrieben wurde, macht es interessant, sie auf dem Klavier zu spielen. Es geht nicht darum, das Cembalo zu ersetzen. Das wird man sowieso nie können. Es geht darum, etwas Schönes auf einem heutigen Klavier zu schaffen, indem man sich dem originalen Stil nähert." Ich würde weitergehen. Tharaud behandelt das Klavier so exquisit, wie er es beim Cembalo nie realisieren könnte. Im Prinzip sind die Werke recht unbekannt,obwohl im Mittelpunkt des Couperin'schen Schaffens über 240 an Verzierungen reiche Cembalostücke, die er zu 27 Suiten zusammenfasste. Die einzelnen Sätze dieser Suiten sind mit beziehungsreichen Überschriften versehen, die den Charakter des Stückes andeuten sollen. Die Wiedergabe von Tharaud könnte die Bekanntheit dieser köstlichen Stücke vermehren!