Mitten in der amerikanischen Provinz der kleinen Universitätsstadt Tiburn kreuzen sich die Wege dreier reichlich desillusionierter Amerikaner.
Der ewig vom Pech verfolgte Bankräuber Dixon will sich nach einem erfolgreichen Banküberfall auf eine kleinen Farm in Alberta zurückziehen Angeschossen und auf der Flucht findet er bei dem jungen Geschichtsprofessor Elias Unterschlupf. Dieser, aus einer lethargischen Familie stammend, versucht mit obskuren geschichtlichen Aufsätzen den Ruhm seines Vaters zu übertrumpfen. Die FBI-Agentin Denise ist auf einem Abstellgleis schon lange am Ende ihrer Karriere angelangt und plant bereits für die Zeit nach dem FBI. Während sich ihre Schicksale miteinander verstricken, versucht jeder für sich das Beste aus dieser Situation herauszuholen und seinem Leben eine Wendung zu geben.
Eine Geschichte, die zunächst sehr fulminant mit einigen Knalleffekten startet, um dann in Tirburn zu erstarren, als sich die drei Protagonisten gegenseitig ins Schach setzen. Ein Nervenkrieg beginnt, in dem jeder den anderen einzuschätzen versucht und dabei auch sich selbst reflektiert. Was mir Action beginnt, wird zu einer gesellschaftskritischen Momentaufnahme Amerikas. Es geht um Wünsche und Sehnsüchte, unerfüllten und unerfüllbaren Träumen, Moral, Doppelmoral und darum, wie der Mensch seine Chance kommen sieht und um sein Dasein kämpft.
Iain Levison legt hier einen Krimi vor, in dem die Grenzen schnell verwischen. Mit überaus einfachen und klaren Worten zeichnet er an Hand der drei Charaktere das Bild einer Gesellschaft nach. Zynismus wechselt sich mit beißender Ironie ab, Spannung mit Stillstand. Auch wenn man als Leser schnell erkennt, dass einem der Ausgang der Geschichte nicht behagen wird, das Ende nicht vorhersehbar ist, so bleibt man doch bis zum letzten Satz gespannt.
Ein überaus spannender und intelligenter Krimi um den amerikanischen Traum.