Ich hatte diesen Titel gekauft, weil mich der Untertitel "Ein Handbuch für Praktizierende im Westen" besonders angesprochen hat. Handbuch - vielleicht; Praktizierende - eher nein, eher Einsteiger, die noch nicht viel wissen; im Westen - ja, alles, was nicht Asien ist.
Nach der Lektüre bleibt zu sagen: Es ist kein Ratgeber für die alltägliche Praxis, es gibt sozusagen keinen "Ein typischer Tag im Leben eines Buddhisten im Westen", leider; das hatte ich mir vorgestellt. Stattdessen geht das Buch sowohl religionsgeschichtlich sehr weit zurück als auch sehr in die Tiefe: Buddhismus im Allgemeinen, die tibetische, aber auch die anderen Richtungen. Die "Heiligen" oder "Erleuchteten" oder "Buddas" (wie auch immer, wer auch immer für die Praxis wichtig ist) werden ebenso erklärt wie "Gesche", "Stupa", "Lama" und viele Begriffe mehr - ich denke, wer "Praktizierender" ist, dem sind all die Begriffe bereits vertraut.
Auch für am Buddhismus Interssierte ist das Buch eigentlich zu tief - der grobe Überblick fehlt, die Quintessenz des Buddhismus ebenso. Wer alternativ zur christlichen Religion nach anderen Heilswegen sucht, rein interssehalber und komparatistisch, der ist mit den vielen Detailinformationen überfüttert und wird eher abgeschreckt, sich weiter damit zu befassen.
Schade, denn als *Kompendium*, Nachschlagewerk ist dieses Buch hervorragend.