Ulli Olvedi hat einen weiteren Roman geschrieben. Tibet hinter dem Spiegel: das ist Kunstmafia und Mystik; ein trotziger Teen und eine meditierende, malende Großmutter, dazu eine Prise Tantra. Die Autorin hat das alles schön bunt gemixt und vor dem Hintergrund der Berge Nepals in eine spannende Geschichte verwoben. Man kann sie mit großem Vergnügen lesen.
Dabei erweist die Autorin sich wie immer kenntnisreich. Ihr Hintergrundwissen gibt dem Buch Tiefe, so dass es neugierig macht auf diesen farbigen und lebensprallen Buddhismus der Tibeter.
Trotzdem entfaltet sich die Story nicht ganz so fließend und sind die Charaktere nicht ganz so überzeugend wie in den anderen Romanen der Autorin. Alles klingt eine Spur mehr gekünstelt, etwas mehr nach Rezept als aus dem Bauch geschrieben. Deswegen nur vier Sterne und nicht fünf.
Was aber wie gesagt dem Lesespaß keinen Abbruch tut. Der Rezensent freut sich ohnehin über jedes Werk, das den Buddhismus nicht doziert sondern wie aus dem Leben gegriffen erzählt. Wer ähnlich fühlt, wird an Tibet hinter dem Spiegel seine Freude haben.