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Tibet: Land - Religion - Politik (suhrkamp taschenbuch)
 
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Tibet: Land - Religion - Politik (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Helmut Forster-Latsch , Paul Ludwig Renz
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Unverb. Preisempf.: EUR 9,99
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 245 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (8. März 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518395432
  • ISBN-13: 978-3518395431
  • Größe und/oder Gewicht: 17,5 x 10,8 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.123.204 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Helmut Forster-Latsch
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der vorliegende Band gibt eine Übersicht über das Land, die Religion und die politischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte bis hin zu aktuellsten Entwicklungen.

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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Land, Religion und Politik Tibets wollen der Jurist Paul Ludwig Renz und der Sinologe Helmut Forster-Latsch in dem vom Suhrkamp Verlag 40 Jahre nach dem Aufstand in Lhasa herausgegebenen Taschenbuch darstellen. Schon der Vorspann, in dem der vorliegende Band und seine Autoren vorgestellt werden, macht die Ausgangsposition deutlich: daß nämlich Tibet ein Land sei, dessen heute von der exiltibetischen Regierung reklamierte großtibetische Dimension historisch verbürgt sei. Anders kann es nicht aufgefaßt werden, wenn in diesem Vorspann steht, daß Tibet 1949 - also zwei Jahre vor dem Einmarsch der Volksbefreiungsarmee in Lhasa - von China militärisch besetzt wurde. In angemessenem Umfang werden die Religion der Tibeter und ihre Implikationen für die Gesellschaft und das politische Alltagsgeschehen abgehandelt. Die gesellschaftlichen Umwälzungen mit ihren gewalttätigen Konsequenzen in der modernen chinesischen Volksrepublik machen den Hauptteil des Bandes aus. Am schwächsten erscheint mir die auf elf von 230 Seiten abgehandelte landeskundliche Einführung, die zudem mit einer beträchtlichen Zahl von im Kern exiltibetischen Statements gespickt ist. Geradezu zynisch erscheint es dem Rezensenten, wenn die Autoren dort davon schreiben, daß sich „in so langer Zeit dieses von den Chinesen konsequent propagierte Tibet-Bild auch im Westen verbreitet" habe - zeigen sie doch gerade in ihrem Text die vollständige und kritiklose Übernahme der gängigen exiltibetischen Darstellung. Durch die Mitarbeit eines Sinologen an einem solchen Buch hätte man erwarten können, daß auch bisher unbekannte chinesische Quellen aufgearbeitet würden. Gerade die Geschichte der Tibeter vor dem 20. Jahrhundert ist von großer Bedeutung für die Beurteilung der zahlreichen Schriften über das moderne Tibet, die in oft erstaunlich unkritischer Weise die aus dem tibetischen Exil kommenden Auskünfte wiedergeben. Die Autoren stützen sich hauptsächlich auf exiltibetische Biographien und Berichte der Juristenkommission, ergänzt durch Aussagen des Dalai Lama, von denen die Exilregierung in Dharamsala geschickt Gebrauch macht. Wie viele andere europäische Darstellungen Tibets krankt leider auch die vorliegende teilweise daran, daß offenbar davon ausgegangen wird, die exiltibetische Regierung nutze - wohl als einzige Regierung der Welt - keine Propaganda, um ihre politischen Ziele zu verfolgen. Während chinesische Aussagen - durchaus zu Recht - hinterfragt werden, erheben sich für die Autoren niemals Zweifel an Aussagen aus dem tibetischen Exil. Die Widersprüche in den exiltibetischen Quellen spiegeln sich bei genauem Hinsehen deutlich in einer Inkonsistenz der Darstellung der Ereignisse. Deren Ursache mag teilweise auch in der vielleicht nicht so glücklichen Verbindung zweier in ihrem Informationshintergrund wohl sehr unterschiedlicher, oder gar unterschiedlich bemühter, Autoren liegen. Dies wird auch durch gelegentlich sehr polemische Textpassagen deutlich, die mehr geneigt sind, eine politische Haltung zu verdeutlichen als das Bemühen um eine sachliche Information des Lesers. Daß sich der Text bei alledem häufig widerspricht, kann somit nicht verwundern, wenngleich es ärgerlich ist. So beschreiben die Autoren Tibet mit dem selbstverständlichen Anspruch auf Groß-Tibet (Einleitung), während an anderer Stelle deutlich wird, daß eben nur der kleinere Teil wirklich von Lhasa aus beherrscht wurde (S.84,86). Besonders grotesk wirken Äußerungen wie die, daß es im tibetischen Buddhismus zwar „viele Sekten [gebe] - aber ihre Unterschiede bestehen nur in Äußerlichkeiten" (41f.), nur um 22 Seiten später so ad absurdum geführt zu werden: „Die Orden unterscheiden sich nach Lehrinhalten, Tantras, Gottheiten, Schutzgottheiten, Deutung des Adi-Buddha, nach Meditationspraktiken, Kleidung, der monastischen Organisation und der Befolgung bzw. Nichtbefolgung des Zölibats." (64). Dies sind nur einige von zahlreichen Beispielen der Art, die es dem mit der Materie nicht vertrauen Leser leider schwer machen, die schlechten Passagen von den durchaus reichlich vorhandenen stichhaltigen Informationen des Bandes zu scheiden. Insgesamt muß man dem Bändchen nämlich schon etliche hochinteressante Passagen zugestehen. Der Wissenshorizont der Autoren ist deutlich weiter gefaßt als jener der meisten gängigen Darstellungen in deutscher Sprache, was auf die Einbeziehung einiger englischsprachiger tibetwissenschaftlicher Werke der jüngeren Zeit liegt. Leider haben deren hervorragende Arbeiten nicht dazu geführt, daß Renz und Forster-Latsch die Ereignisse versuchen wertfrei darzustellen. Pauschalierungen wie „die Chinesen" und Ausdrücke wie „Madame Mao" für Frau Jiang Qing sind eines Sinologen ebenso wenig würdig wie solch merkwürdige Aussagen über eine „künstliche Gesetzlichkeit", die den Anschein erwecken, die Autoren glauben an eine naturgegebene Gesetzlichkeit für den Menschen. Zuweilen verfallen sie in einen ähnlichen Jargon wie offiziöse Verlautbarungen aus China, wenn z.B. von der „imperialen sino-kommunistischen Gesinnung" (160) oder über „die imperiale kommunistische Macht" (167) geschrieben wird. Dementsprechend ergehen sich die Autoren gelegentlich in Allgemeinplätzen, die nicht wirklich Licht ins Dunkel der modernen tibetischen Geschichte bringen. Gewiß bildet ihre Darstellung, die von den Grundlagen in der chinesischen Kaiserzeit über die de-facto-Unabhängigkeit Zentraltibets, den Einmarsch der VBA und die Guerillakämpfe in Osttibet bis zu den jüngsten Unruhen in Lhasa reichen, ein sehr farbenprächtiges und differenziertes Mosaik ab, allerdings gelegentlich mit blassen Stellen und Schattenseiten. In die Vorgänge der Kulturrevolution in Tibet z. B. bringen die beiden Autoren nicht wirklich Licht. Sie finden es nicht einmal erwähnenswert, daß deren Hauptakteure, die Roten Garden, teilweise Kinder und Jugendliche waren, und nicht etwa, wie der Eindruck aus dem Text entstehen könnte, Armeeangehörige. Geschweige denn daß sie den Leser darüber aufklären, daß unter den tibetischen Roten Garden verschiedene Gruppen einander heftigst bekämpften und je nach regionaler Herkunft, Stadt-Land oder auch gesellschaftlicher Schicht unterschiedliche Interessen verfolgten. Um hierin deutlich Einblick zu erhalten bleibt dem interessierten Leser nicht erspart, die englischsprachige Literatur, insbesondere von exiltibetischen Wissenschaftlern wie Tsering Shakya („The Dragon in the Land of Snows. A History of Modern Tibet since 1947", Pimlico, London 1999, 574 Seiten, £ 12.50) zur Hand zu nehmen. Der spannende Zusammenhang der Unruhen von 1987 in Lhasa mit Ereignissen in den USA, die in einer der von den Autoren benützten Quelle (Melvyn Goldstein: „The Snow Lion and the Dragon. China, Tibet, and the Dalai Lama", Berkeley 1997) ausgezeichnet dargestellt wurden, sind aus unerfindlichen Gründen leider völlig unterschlagen worden. Dabei wären gerade solche Hintergründe besonders geeignet, den geopolitischen Kontext der Tibetfrage besser verstehen zu lernen. Von dort stammt letztlich ja auch die einleuchtend erläuterte These, wonach eigentlich erst die chinesische Besetzung und deren Umgang mit dem tibetischen Widerstand einen tibetischen Nationalismus gefördert hat. Mit einer Übersetzung des Buches von Goldstein hätten die Autoren und der Verlag dem an allen Hintergründen der modernen Ereignisse in Tibet interessierten Leser besser gedient. Statt dessen muß man bedauern, daß das Schreiben von Tibetbüchern in Deutschland leider überwiegend Leuten überlassen bleibt, die mit den verloren gegangenen Feindbildern nach dem Zusammenbruch des Ostblocks nun stets den „Dämon China" beschwören. So verlieren sie, bei aller Schuld, die sich die kommunistischen Machthaber aufgeladen haben, völlig aus den Augen, daß die Tibeter keine passiven Menschen sind, sondern - wie in anderen Gesellschaften auch - ebenfalls mitverantwortlich zeichnen für Umwälzungen und Veränderungen in ihrer Gesellschaft, und keineswegs, wie im Abschlußkapitel geschrieben, die „chinesische Seite ... der alleinige Verantwortliche für die gegenwärtige Situation in Tibet" ist (229). Die insgesamt um Differenzierung bemühte Darstellung mit einem solch primitiven Geschichtsbild abzuschließen ist eines wissenschaftlich arbeitenden Autors eigentlich nicht würdig.

Andreas Gruschke

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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Autoren geben in diesem Band einen umfassenden Einblick in die Kultur und Geschichte bis 1949. Besonders ausführlich wird die Problematik der Annexion Tibets durch die Chinesen, deren Verlauf und die Folgen bis in die Gegenwart erläutert. Lobenswert ist, dass möglichst viele Seiten der Problematik beleuchtet und Fakten offengelegt werden. Auch mögliche Lösungen der Tibetfrage werden besprochen. Leider erfolgt keine Auseinandersetzung der Problematik aus Sicht der Menschen- und Völkerrechte . Trotzdem ist dieses aufwendig zusammengetragene Werk ein Muss für all jene, die sich über diese Problematik informieren wollen, ohne nur an der Oberfläche zu kratzen. Ein Standardwerk für alle Tibetsympathisanten und Tibetfans.
Chr.J.Bernard
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