Tibet ist mit Sicherheit eines der faszinierendsten Länder der Erde. Auf dem „Dach der Welt" existierte bis zur Besetzung durch die Chinesen 1949 eine einmalige Kultur, an deren Spitze der Dalai Lama, der tibetische Gottkönig, steht. Doch so faszinierend diese Kultur auch ist, so schwer ist sie für den westlichen Besucher zu verstehen.
Hier setzt Helmut Uhligs Buch an: In einer Mischung aus Reisebericht, Geschichtsbuch und Reportage vermittelt er auf sehr unterhaltsame und informative Weise religiöse, gesellschaftliche und historische Grundlagen des Landes. Das geschieht nicht isoliert, sondern immer im Kontext des tibetischen Alltagslebens, so dass das Erzählte auch einen starken praktischen Bezug aufweißt und sehr authentisch „rüberkommt".
Besonderen Wert legt der Autor dabei auf die tibetische Kultur. Alle wichtigen Gebäude und Kulturstätten des Landes werden besprochen, beispielsweise der Potala-Palast oder der Kailash, der heiligste Berg Tibets. Der damaligen politischen Lage widmet sich ein Extrakapitel am Schluss des Buches, in dem der Konflikt zwischen Tibet und China näher beleuchtet wird.
Insgesamt ist Helmut Uhligs Buch ein sehr kompetent und informativ verfasstes Porträt dieses faszinierenden Landes, das ich allen, die schon Tibet bereisten oder selbiges noch vorhaben, sehr empfehlen kann. Aber auch allen, die sich einfach nur für die Thematik interessieren, bietet dieses Buch einen verlässlichen Ratgeber.