Nachdem in den letzten Jahren Tibet immer mehr Aufmerksamkeit westlicher Gesellschaften auf sich zog, sollte man auch mit seiner Geschichte bekannt werden. Doch dies erweist sich als ziemlich schwierig, da man zwischen die zwei Fronten gerät, die sich gegenseitig widersprächen.
Nun gibt es ein Buch, das vorgibt alle Fakten so wahrheitsgemäß wie möglich darzustellen, also nach ausführlicher Recherche in verschiedenen Ländern, die sowohl die prochinesischen als auch protibetanischen Blickpunkte umfasst. Das ist Thomas Laird ganz gut gelungen, obwohl niemand vollkommen neutral oder objektiv sein kann, weshalb man auch deutlich spürt, wo seine Sympathien fließen.
Der große Plus dieses Buches ist selbstverständlich die aktive Teilnahme seiner Heiligkeit: Großräumige Zitate des XIV Dalai Lamas zeigen nicht nur seine Sicht der Geschichte Tibets, sondern auch seine Überzeugungen im Allgemeinen, seine Wünsche, präsentieren seine Erfahrungen als Zeitzeuge in der neusten Geschichte und tragen viel dazu bei, seine politischen Aussagen richtig zu interpretieren.
Einen Stern ziehe ich deswegen ab, weil es teilweise doch schwierig ist, den geschichtlichen Ereignissen zu folgen, vor allem in der ersten Hälfte des Buches kann so mancher das Gefühl haben, sich durch ein trockenes Pack exotischer Daten durchzuwühlen.
Wer aber nicht das Bedürfnis hat, ständig unterhalten zu werden, sich aber dafür für Tibet interessiert, dem kann man durchaus den Band empfehlen. Ein weiterer Plus sind die zahlreichen Quellen (auch Internetquellen) für diejenigen, die nicht genug haben und weiter forschen möchten.
PS: Falls sich jemand dieses Buch zulegen möchte, weil er einfach ein Fan von den Lehren Dalai Lamas ist, sollte er lieber zu anderen Veröffentlichungen greifen, denn dieses hier ist ein Buch, das der Geschichte Tibets gewidmet ist und keiner anderen Sache.