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Leser lernen den legendären Herrscher Gampo Songzen kennen, und es begegnet einem tief in der Vergangenheit der tibetische Sturm auf die größte Stadt der Welt. Der Ursprung des yogischen und des mönchischen Weges im Buddhismus werden erklärt, prägende Persönlichkeiten wie Padmasambhava, Tsongkhapa und alle Dalai Lamas verortet. Natürlich dreht sich viel um chinesische Ansprüche auf Tibet, die Invasion von 1950, das Treffen des Dalai Lama mit Mao Tse-tung und seine Flucht nach Indien.
Wenn der überraschend pragmatische Dalai Lama darlegt, was historische Ereignisse und Personen bedeuten, basiert sein Grundwissen auf mündlicher Überlieferung. Gesprächspartner Thomas Laird ergänzt westlich-wissenschaftliche Überlegungen. Da sich Seine Heiligkeit umfassend wie nie zur Geschichte Tibets äußert, reift das Gespräch zu einer einmaligen Quelle heran. Dabei stört nicht, sondern hilft, dass Journalist Laird offen kundtut, was er -- im Unterschied zum Dalai Lama -- glaubt. Wer sich für Tibet und den Buddhismus wirklich interessiert, kommt an dieser mehrdimensionalen, entwaffnenden Kostbarkeit kaum vorbei. Die umfangreiche Lektüre trägt zu neuen Einsichten und wahrem Verständnis bei und ist außerdem bestens zu lesen. Abschließend hofft der Dalai Lama, der sich als wieder geborener Chenrezi begreift, auf ein versöhnliches, neues Kapitel in den chinesisch-tibetischen Beziehungen. Auch deshalb gerät dieses umfassende Werk zu einem mahnenden Manifest, ja einem schriftlichen Vermächtnis des XIV. Dalai Lama aus dem indischen Exil in Dharamsala. --Herwig Slezak
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