Ein geheimnisvoller Brief ist der Auslöser für eine wissenschaftliche Expedition in den amerikanischen Südwesten: Mit ihrem Team aus sehr unterschiedlich gezeichneten Figuren macht sich die Expeditionsleiterin Nora Kelly (die Gute) auf den gefährlichen Weg zu einer versunkenen Goldstadt. Aber die Idee hatten andere (die Bösen) auch schon...
Fans der "Pendergast"-Reihe werden vermutlich enttäuscht sein, weil die Geschichte weniger von Übertreibungen und Grausamkeiten lebt, als viel mehr von der flüssigen und anschaulichen Erzählweise. (Die sehr stark an "Der Canyon" erinnert.)
Das nimmt zweifellos Spannung, macht die erzählte Geschichte aber plastischer und die Charaktere lebendiger. (Comichaft gezeichnete Figuren wie den legendären Special Agent Pendergast gibt es hier nämlich nicht.)
Bis auf wenige Ausreißer, leistet sich auch der Übersetzer keine Schwächen, was dem Buch gut tut. Orte und Personen werden sehr anschaulich beschrieben wodurch ich das Buch eher als Roman klassifizieren würde. Für einen Thriller fehlt einfach der permanente Nervenkitzel.
Auch mit der Logik konnte ich mich weitgehend anfreunden. Lediglich Nora erscheint gegen Ende als klischeehafte "Dumpfbacke". (Sie macht eine Riesendummheit, die den Leser aufheulen lässt, bemerkt diese, ärgert sich über sich selbst, und bekommt kurz darauf eine zweite Chance. Minuten vergehen - und Bingo! Sie macht den gleichen Blödsinn noch einmal. Das tut dann schon irgendwie weh beim Lesen :-)
Fazit: Wer den Canyon mochte, kann bedenkenlos zugreifen und wird sicher nicht enttäuscht werden.