John Barrys Score für das vierte James-Bond-Abenteuer "Thunderball" (1965) setzt die Grundformel seines vorjährigen "Goldfinger"-Soundtracks fort. Glamouröse, kantige, bombastische und stilvolle Spy Music in allen Formen und Farben der 60er-Jahre. Den gleichnamigen Titelsong schmettert diesmal Tom Jones in bewährter Shirley-Bassey-Manier, nachdem bereits besagte Bassey und Dionne Worwick das nicht verwendete "Mr. Kiss Kiss Bang Bang" intoniert hatten. "Thunderball" ist ein wahres Meisterwerk an subterraner Motivmusik - neben exotisch-karribischem Flair mit perkussivem Touch schwelgt Barry Musik in schwebenden, psychedelischen, surrealistischen Rauschzuständen, teils fast ambientartig, die die langen Unterwassersequenzen des Films perfekt illustrieren. Der Beat-Charakter der vorherigen Soundtrack ist dagegen stark zurückgetreten, und auch Vick Flicks "Bond-Gitarre" erklingt nur noch spärlich.
Die 2003er Edition enthält neben einer digital remasterten Fassung und einem umfangreichen Booklet auch eine halbe Stunde unveröffentlichtes Bonusmaterial, das zum Teil bereits als 20-minütige "Unterwater Suite" auf der Doppel-CD-Version des 1992er Jubiläums-Samplers "The Best of James Bond" erschienen ist. Die neuen Tracks bieten einige neue Offenbarungen und spinnen die Motive und Atmosphären der vorhandenen Stücke gekonnt weiter, auch wenn das instrumentale "Thunderball"-Thema etwas zu häufig geschmettert wird. Leider fehlen hier die beiden "Mr. Kiss Kiss Bang Bang"-Versionen von Worwick und Bassey, die ebenfalls auf dem 1992er-Sampler vorhanden waren. Ein kleiner Wermutstropfen auf dieser sonst vorbildlichen Neuauflage eines großartigen, klassischen Bond-Soundtracks - und dem neben Barry eigenem "The Deep" und Eric Serras "Im Rausch der Tiefe" wohl besten Unterwasserfilm- Soundtrack des 20. Jahrhunderts.