Es donnert, es peitscht, es gibt wieder zu "Hailen" und "Killen" - Glory und Blood sowieso. Nein, Manowar lassen sich den True Metal auch nach knapp 30 Jahren nicht verwässern. Und eben jenen True Metal zelebrieren sie auch auf "Thunder in the sky".
"Thunder in the sky" ist eine EP. Eine EP im Manowar Format versteht sich. Von der Dicke her erinnert es eher an ein Album und enthält zwei Discs. Die erste Disc enthält 4 neue und 2 bekannte Lieder:
"Thunder in the sky"
"Let the gods decide"
"Father"
"Die with Honor"
"The Crown and the ring (Metal Version)"
"God or Man"
Die zweite CD enthält das Lied "Father" in 15 verschiedenen Sprachen. Na ja, wer's braucht. Die deutsche Version ist dabei im übrigen sehr gelungen, es stellt sich nur die Frage ob der hiesige Fan wirklich alle Versionen braucht oder ob es nicht die deutsche Version als Bonus auf Disc 1 auch getan hätte. Aber so sind halt Manowar: Bloß nicht kleckern, sondern ordentlich klotzen. Daher wird Disc 2 wahrscheinlich meine am wenigsten rotierende Manowar-Scheibe werden.
Apropos kleckern und klotzen: Für das Booklet haben Manowar sich den deutschen Fantasy Autor Wolfgang Hohlbein geschnappt, der die Songs mit passenden Kurzgeschichten im Booklet untermalt. Bin gespannt wie das Album Booklet wird.
Jetzt aber mal zur Hauptsache: Der Musik!
Schon bei den ersten Tönen fällt positiv auf, dass Manowar wieder einen raueren, erdigeren Sound bevorzugen und die Kinderkeyboards von "Gods of War" und "Warriors of the world" im Schrank lassen und nur noch dezent verwenden. Ein Schritt in die richtige Richtung, da gerade die "Gods of War" Songs durch den übermäßigen Zuckerguss viel von ihrer Power verloren haben.
Die Songs im Einzelnen:
"Thunder in the sky" - Ein richtiger Power Metal Song mit eingängigem Riff, noch eingängigerem Refrain und einem grandiosen Solo. Top 5/5 Punkten.
"Let the gods decide" - Eher durchschnittliche Uptempo Nummer, bei der Eric Adams aber sein erstaunliches Stimmvolumen erneut unter Beweis stellt. 3/5 Punkten.
"Father" - Eine sanfte Ballade, die hauptsächlich von der grandiosen Stimme von Eric Adams liebt. Reicht an "Heart of Steel" oder das musikalisch ähnliche "Master of the wind" leider nicht heran. Purer Durchschnitt 3/5 Punkten
"Die with Honor" - Bereits im letzten Jahr an die Fans verteilte Single. Ein Stampfer im Stile von "Warriors of the World". Sehr hymnisch und könnte ein Soon-to-be-Classic sein. Manowar vertrauen in diesem Song allerdings voll und ganz auf ihr Standartvokabular (Refrain: Fight with blood, fight with steel, die with honor, never yield, fearless hearts, filled with pride, into glory we shall ride). 4/5 Punkten
"The crown and the ring (Metal Version)" - Ein Bandklassiker. Warum Manowar befanden, dass der Song neu aufgenommen werden muss, wird deren Geheimnis bleiben, zumal der Song 1:1 nachgespielt wurde und nur im letzten Refrainteil den Begriff "Metal Version" verdient. Überflüssig - keine Wertung.
"God or man" - Neben dem Titelsong die beste Nummer der Scheibe. "God or man" macht Hunger auf das Album. Mal schnell und donnernd, dann wieder episch, getragen von Eric Adams der neben Ronnie James Dio der wohl beste Sänger des Metal Genres ist. 5/5 Punkten
Fazit: Wer Manowar mag/liebt/vergöttert (unzutreffendes bitte streichen) wird an dieser EP seine Freude haben, auch wenn ich den Amazon-Preis von 12,95 doch ein wenig übertrieben finde für eine EP (egal ob ich ein Lied in fuffzehn Sprachen serviert bekomme oder nicht). Auf jeden Fall freue ich mich auf das nächste Album, dass - nach "Thunder in the sky" oder "God or man" zu urteilen - richtig gut werden dürfte. Bleibt nur zu hoffen, dass Manowar mit einem starken neuen Album im Rücken endlich mal wieder auf Kreuzzug (sprich Tour) gehen und sich nicht in ihrer Magic Circle Burg verschanzen.