Ich hatte die Dachbox im Juni 2009 gekauft, um den Kofferraum meines kleinen Opel Corsa zu "vergrößern", und alles mitzukriegen, was man eben in 3 Wochen Urlaub braucht.
Der damalige Status Quo war wie folgt:
- Ich Vater, wollte mit Frau und kleiner Tochter in den Urlaub fahren.
- Fahrzeug: mein kleiner Corsa GSI, noch keine Zeit gehabt, nen größeren zu kaufen. Bzw. ich wollte den Flitzer nicht abstoßen müssen, und für zwei Autos fehlte das Geld.
- Reiseziel: Frankreich. Im Juni sehr günstig, aber am Mittelmeer doch warm.
- Strecke: 1400km pro Tour
Nur wie krieg ich alles rein in den kleinen Moppel? Also muss ne Dachbox her, Problem, auf den Corsa passen nicht alle. Dann, mieten oder kaufen? Miete wäre für Dachbox und Dachträger knapp 120¤ für 3 Wochen gewesen, na dann kann ich auch gleich kaufen, rentiert sich ja beim zweiten Mal fast schon.
Nur wie krieg ich die gekaufte Box dann untergestellt, im Keller, der eh schon aus allen Nähten platzt?
Die Lösung kam mir auf der Thule- Seite. Die Ranger 90. Passt aufs Dach, passt in den Keller, passt ins Budget und passt auch alles rein. Also gekauft. Dann geliefert bekommen, ausgepackt, und sehr positiv überrascht.
+ sehr wertiger Eindruck
+ gute Anleitung
Also gings ans Montieren. Die passenden Grundträger waren schon drauf, also wurde die Ranger auseinandergefaltet und aufs Dach gelegt. Der Boden der Ranger ist mit stabilen Querträgern ausgestattet, so dass die versprochenen 50kg Zuladung auch nicht durchbrechen. Dann hab ich die Dachbox, wie in der Anleitung beschrieben, mit dem "Rapid System" am Grundträger befestigt, das geht recht schnell, von unten U- Bolzen durchschieben, den Verschluss oben aufsetzen, festdrücken und einrasten lassen. Sieht teilweise aus, als ob das nicht lange halten würde, da die Verschlüsse zum Teil aus Hartplastik sind, aber erstaunlich, wie stabil sowas heutzutage ist.
+ einfache Montage
+ stabile Ausführung, wenns auch nicht so aussieht
Dann saß die Box schonmal, die Beladung ging dann ebenso einfach, einfach alles rauf aufs Dach geht leider nicht, da bei so einer Box erst Recht auf die Verteilung und Anordnung der Box geachtet werden muss. Denn, wie man sich vorstellen kann, verdient die Aerodynamik besondere Aufmerksamkeit. Wenn man mit 130km/h (wie bei allen Dachboxen die empfohlene Höchstgeschwindigkeit) durch die Gegend pflügt, kann man sich vorstellen, dass da schon gewisse Kräfte angreifen. Also schön alles verteilen, vorne etwas niedriger, hinter etwas höher, links und rechts gleich. Dann fest zurren (mit mitgelieferten Verzurrbändern), und zu die Kiste ääh Plane. Dann noch 3mal korrigieren ;-)
o teilweise komplizierte Beladung
+ jedoch gut beschrieben in der Anleitung
Und das soll halten? Das soll wetterfest sein? Gegen Regen und Schnee schützen? Sieht erstmal ziemlich stabil aus, das schon, aber wenn der Regen bei 130km/h peitscht, oder stundenlang die Plane einweicht? Etwas skeptisch war ich ja schon. Und vor Allem hatte ich Bedenken, ob die Plane und das kleine Schlösschen Langfinger abhalten könnte. Denn ich hatte wenig Lust, bei unseren Zwischenstopps alles auszuladen, um das Einladeprozedre am nächsten Tag nochmal zu wiederholen. Also nochmal umgeladen, und alles Unwichtige oben rein, und die wichtigen und halbwegs wertvollen Sachen in den Kofferraum.
Dazu kommt noch, dass es nicht so einfach ist, mal kurz etwas von oben rauszuholen, wie bei einer festen Dachbox (Klappe auf, Sachen raus, Klappe zu). Denn jedes Mal heisst es, am kleinen Schloss rumfummeln, teilweise schwergängigen Reißverschluss aufziehen, Plane nach vorne über die Windschutzscheibe klappen, Sachen rausholen, neu festzurren, und alles rückgängig. Nervt etwas. Also von vornherein nur das oben reinpacken, was man auch erst AM ENDE der Reise braucht!
- kleines mickriges Schloss
- Reißverschluss hakt etwas
+ Reißverschluss hat jedoch etwas Unzerstörbares an sich, wirkt stabil und wasserundurchlässig
Dann gings los, und wieder einmal positiv überrascht. Keine besonderen Windgeräusche, kein verändertes Fahrverhalten, kein Zittern des Ranger. Nach ner halben Stunde Autobahnfahrt mal alles geprüft, alles okay, sitzt immer noch gut.
Das war dann auch mein Endergebnis, echt super.
+ Fahrverhalten wird nicht großartig verändert
+ liegt sicher auf dem Dach
Dann vor Nürnberg, ach du Schei**e (wobei ich mich insgeheim schon drauf gefreut hab), der erste Regenschauer. Naja, wurde dann ein Gewitter, knapp 1 Stunde Dauer. Ich freute mich schon auf den Abend auf die Gepäckkontrolle. Und? Nix. Kein einziger Regentropfen hat den Weg nach Innen gefunden. Das war gut. Die Nacht über regnete es dann weiter, ich sicherte vorsichthalber das Innere noch mit ein paar Mülltüten ab. Aber wieder nichts, alles trocken. Echt erstaunlich.
Ein paar Regentropfen fielen dann noch in der Schweiz, in Frankreich gabs dann 50° in der Sonne. Durch die recht coole, aber ungünstige Farbe der Box (viel schwarz) sollte man wohl keine verderblichen Lebensmittel oder Medikamente transportieren, aber das setze ich einfach mal als selbstverständlich voraus.
+ guter Wasserschutz
o durch die Bauweise bedingt hat man jedoch immer Zweifel
Heil angekommen in Frankreich baute ich die Box ab, und musste erstmal die 37424 Fliegen entfernen, da die Box einfach mit Seifenwasser gewaschen werden kann, ging das flott. Dann kurz getrocknet, und wieder in der Packung verstaut. Ab in die Ecke, echt praktisch!
Dann gings wieder zurück, auch bei kurzzeitigen 160km/h fing da nix an zu flattern oder zu wackeln.
Seitdem liegt die Box wieder bei mir im Keller, und wartet auf den nächsten Einsatz. Wohl nichtmehr auf dem Corsa, denn der wurde inzwischen durch etwas Größeres ersetzt. Also ich bin überzeugt - vom Konzept, vom Handling und natürlich auch vom Preis.