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Auf Throw Down Your Arms spult Sinéad O'Connor die Zeit 30 Jahre zurück. Zurück in jene Epoche, als Bob Marley, Peter Tosh und Burning Spear das goldene Dreigestrin am Reggaehimmel bildeten. Der eindringliche, a-cappella intonierte Opener "Jah Nuh Dead" aus der Feder von Winston Rodney, besser bekannt als Burning Spear, oder Peter Toshs legendäres "Downpressor Man" sind laut O'Connor "keine Imitationen, sondern als persönliche Tribute" zu verstehen. Auch mit Buju Banton's "Untold Stories" liefert O'Connor eine emotionale und absolut überzeugende Performance. In sämtlichen Songs stellt die irische Sängerin neben ihrer Sympathie für die spirituelle Seite der jamaikanischen Kultur ihre grenzenlose Einfühlungsgabe unter Beweis.
Dank der meisterlichen Unterstützung der Rhythm Twins erklingt auf dem Album kein Ton zuviel. Schließlich haben Sly & Robbie zu jedem Song noch eine Dub-Version gebastelt, in deren Genuss vorerst nur wenige kommen. -- Wolfgang Zwack
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Nicht ganz überraschend für Kenner von Sinead O'Connor daher ihr neues Werk Throw Down Your Arms in dem sie eben diesen alten Herren ihren Tribut zollt. Der Tribut bedeutet Interpretation der Stücke, die sie am meisten beeinflusst haben, und das unter Beibehaltung der Essenz. Also keine Neu-Interpretation oder künstlerische Aufarbeitung sondern "Huldigung" und Akzentuierung.
Sly and Robbie und die nicht minder hervorragende und bekannte übrige Musiker Crew bauen eine fundierte Basis für dieses Album auf. Zwar könnten für meinen Geschmack die Riddims noch einiges ausdruckskräftiger sein, dennoch bieten sie die perfekte Grundlage für Sineads Stimme.
Also saubere Riddims, sanfte Dubs (auf CD2, siehe unten) und eine ausgesprochen ausdrucksstarke Stimme. Ein paar Highlights aus den Songs mal andiskutiert: Der Anfang wird gemacht mit einem A-Capella von Burning Spears Jah Nuh Dead. Hier kann O'Connor gleich zeigen, was Sie wirklich kann: Akzentuiert singen! Sie wechselt fließend von zurückhaltend, nachdenklich - fast abwesend - zum bildlichen "erhobenen Zeigefinger". Nach weiteren Spear-Covern (eindeutig ihr Favourite) kommt der Abyssinians-Klassiker Y Mas Gan - durch entfernte Background-Vocals und Sineads starke Front-Präsenz mein erster Anspieltip! Die Riddim Twins prägen hier den Riddim so extrem entspannt, Geil! Untold Stories noch erwähnt, Buju's Klassiker, taucht plötzlich mit akustischer Guitarre, Niyabinghi-Drumming und einem extrem dezenten Schlagzeug auf. Perfekte Inszenierung, hart am Original aber eben doch durch guten Sound und die rauhe Stimme originell! Abschluss des Albums natürlich Marley's War - der Song den sie einst bei Ihrer berühmtesten und berüchtigsten Performance intonierte, Sineads Verbannung aus der amerikanischen Popszene, als sie Live im TV eine Papst-Fotographie zerriss.
Empfehlen kann ich übrigends die für den deutschen Markt anscheinend exklusiv produzierte zweite CD im Doppelpack. Hier sind noch einmal alle Tracks in leicht abgewandelter Art zu finden. Sly and Robbie haben sich hier mit ein paar feinen Dubs verewigt. Beim ersten Anspielen wird der Unterschied nicht wirklich deutlich, die Details kommen mit dem Hören. Der Reggae-Fanatiker darf sich also CD 1 sparen und sich auf CD 2 konzentrieren.
Summary: Sineads Stimme und ihre oftmals sehr schwermütige Art und im Gegensatz dazu sauberste Roots-Beats von Sly and Robbie, irgendwie perfektester Winter-Reggae, dank thematischer Auswahl der Songs auch mit ausreichend Inhalt versehen!
Weitere Informationen:
Und wieder gelingt es Sinead in dieser gewählten Stilart zu überzeugen, ohne dass es deplaciert oder aufgesetzt wirkt. Nicht der Reggae richtet sich plötzlich nach Mrs. O'Connor, sondern nur anders herum gelingt es. Der Jamaica Sound klingt und IST orginal, vor Ort in der Karibik aufgenommen. Sinead setzt mit einer eigenen Whistle noch ein paar bescheidene irische Akzente, und lässt sich ansonsten voll auf die Interpretation der Reggae Klassiker ein.
Trotz des Protestcharakters der Reggae Musik, der auch Sinead inspiriert haben mag, klingt es meistens doch sehr locker und verbreitet erstmal gute Laune. Und es ist das erste Sinead Album, dem ich insgesamt eine gewisse Fröhlichkeit und Gelöstheit zuschreibe, was ja vielleicht auch Sineads aktueller Gemütsverfassung ensprechen könnte. Ja, es gibt keine grosse musikalische Dramatik auf dieser Scheibe, und so wird manchem Fan etwas die Spannung fehlen.
Aber man sollte dieses Reggae-Album wohl als Einzelprojekt ansehen, denn Sinead hat für 2007 schon ein Album zwischen Gospel und Punk angekündigt, na denn ...
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