Kennen Sie das: Sie wandern in einem kleinen, verträumten Tal einem kleinen, ruhigen Bach entlang. Das Bächlein plätschert still vor sich hin. Alles ist schön und lässt eine wohltuende Stimmung in Ihnen aufkommen. Aber je weiter Sie dem Bachlauf nach oben folgen, desto enger wird das Tal, desto mehr verliert das Bächlein seinen ruhigen Lauf. Es wird erst lebhafter, dann ungestüm und am Ende stehen Sie vor einem rauschenden Wasserfall.
Dieses Bild aus meiner Kindheit ist mir in den Sinn gekommen, als ich 'Three Wishes' anschaute. Zuerst geschieht nichts Überwältigendes. Aber dann steigert sich die Spannung, bis sie fast unerträglich wird. Tom, der als Erwachsener die Geschichte erzählt, erinnert sich an seine Kindheit. Der Filmzuschauer darf per Rückblende an seinen Erinnerungen teilhaben. Streitereien der beiden Geschwister im Auto. Tom (Joseph Mazzello, Jurassic Park u.A.), der Große, 9 Jahre alt, eher introvertiert, Gunny (Seth Munry), der Kleine, ein nerviges Bündel Mensch, das vor Allem und Jedem Angst hat. Die Mutter Jeanne (Mary Elizabeth Mastrantonio) muss genervt einem Hund ausweichen und fährt dabei aus Unachtsamkeit einen sonderbaren Mann an, offenbar einen Landstreicher. Der an den Unfallort gerufene Polizist will nicht einmal ihre Personalien wissen, beschuldigt und ermahnt aber den am Boden liegenden Mann und schickt die Familie nach Hause. Weil die Mutter sich schuldig fühlt, nimmt Sie kurzerhand den ungepflegten, sonderbaren und schweigsamen Jack McCloud (Patrick Swayze) und seinen struppigen Hund mit. Er darf bleiben, bis sein inzwischen eingegipstes Bein verheilt ist. Die Mutter ist allein erziehend, der Vater kam vom Koreakrieg nicht mehr nach Hause.
Natürlich passt dieser Mensch nicht in die gepflegte Mustersiedlung. Die Nachbarn zerreißen sich die Mäuler. Er benimmt sich uunmöglich! Wie kann man auch im von allen Seiten einsehbaren Garten ein FKK-Sonnenbad nehmen (ein aufgebrachter Nachbar bringt ihm schnell eine Hose mit der unausgesprochenen Aufforderung, wenigstens seine edlen Teile zu bedecken)!
Und er trägt einen ungepflegten Vollbart, obwohl es doch zum gepflegten Äußeren eines jeden Mannes gehört, sich sorgfältig zu rasieren! Und er braut sonderbare und geheimnisvolle Sonnen-Tees! Und offenbar versucht er, sich bei seiner hübschen Gastgeberin einzuschleimen! Und, und und! 'Doch nach und nach stellt sich Jack als liebenswerter und hilfsbereiter Zeitgenosse heraus, den letztendlich keiner mehr missen will' (Zitat aus einer Profibeschreibung).
Der Zuschauer ahnt, wie die Geschichte ausgehen wird. Aber er irrt sich dabei!
Ab hier schweigt mal wieder 'des Sängers Höflichkeit'.
Jack muss weiterziehen. Aber jedem der Zurückbleibenden wird ein Wunsch gewährt, der sich am Ende in unterschiedlicher, geheimnisvoller und magischer Weise erfüllt. Zum Schluss möchte ich noch anmerken: Jeder der Protagonisten, einschließlich der Kinder, spielt seine Rolle ganz hervorragend.
Zum Schluss ein Rat, den Jack dem Tom gibt, und den sich jeder zu eigen machen kann, der diesen Film sieht: 'Suche Dein Glück nicht in dem, was Dir fehlt, sondern finde es in dem, was Du hast'.
Wer unspektakuläre, stille Fantasy-Filme mag, bei denen die Spannung langsam beginnt und sich bis zu Finale steigert, für den ist dieser Film ein Muss! Leider gibt es ihn unbegreiflicherweise nur als VHS! Mein Wunsch ist: Brennt dieses Filmhighlight endlich auf DVD!!!
Meine Wertung: 5 Sterne
eboku