Der Meister des netten, eintönig-gehämmerten Melodieminimalismus' hat sich in dieser Video-Oper (Premiere: 1998) der großen Menschheitsfrage nach dem Sinn der Technik angenommen. Gleich drei Super-Events, die sich gegenseitig neutralisieren, kommen in den Eintopf: Zeppelin-Katastrophe (1. Akt), Bikini-Atombombentest (2. Akt) und Klon-Schaf Dollys Blöken (3. Akt), wobei modernste Audio- und Videotechniken zur Kritik am blinden Technikglauben eingesetzt werden. Man muss den erhobenen Zeigefinger daher nicht allzu ernst nehmen, sondern kann Korots opernhaften Videoschnitt voll genießen: Er ist eindrucksvoll und höchst ästhetisch. Im Vergleich dazu wirkt Reichs Musik oft schmalzig und weinerlich - im ersten Akt scheinen die Techniker zu heulen ob der Katastrophe - oder nervig nichtssagend wie zu laut gedrehte Filmmusik. Auch den kritisierten Technikfans werden vermutlich Tränen der Rührung kommen - bei so wenig ätzender Kritik. (jn)