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Heutzutage, mit Internet und den Archives 1 + 2 ist mir klar geworden, das diese Stücke für ABACAB einfach nicht gut genug waren, die Band jedoch großen Wert darauf legte, diese dann doch irgendwie zu präsentieren. Insbesondere "Paperlate" entwickelte sich ja letztlich besonders in England zu einer gut verkauften Nummer. Mir persönlich hat der Einsatz der Bläser nie wirklich gefallen.
Das haben andere wohl auch gedacht und die Studiostücke gegen drei starke Live - Mitschnitte aus der Vergangenheit ausgetauscht ( "One For The Vine" von 1980, "The Fountain Of Salmacis" von 1978 und das Medley "It/Watcher Of The Skies - Closing Section" von 1976 ), und so entstand die unter den Fans so genannte "Four Sides Live".
Insbesondere die energisch und zielstrebig vorgetragene Version von "The Fountain Of Salmacis" rechtfertigt den Kauf.
Die ersten 3 Seiten sollen natürlich nicht in Vergessenheit geraten. Das Medley "In The Cage ..." ist vielleicht sogar das Beste, was die Band je gespielt hat ( das "Cage-Medley" war Bestandteil von mehreren Live-Touren), da die Band musikalisch besonders durch Mastermind Tony Banks und gesanglich durch eine härtere Stimme von Phil Collins auf einer Art Höhepunkt der Frühphase der "3-men-era" war. Das ziemlich unterbewertete "Me And Sarah Jane" war eine sehr mutige, jedoch für mich gelungene Wahl.
Auch im Genesis - Forum unter den "die hard" - Fans wird dieses Live - Album von vielen sogar vor dem Kracher "Seconds Out" gesehen.
Ich empfehle die letztere Version, auch wenn in meiner Variante derjenige, der die Bänder auf die einzelnen Tracks aufgeteilt hat, von Genesis offensichtlich keinerlei Ahnung gehabt hat, weil die Aufteilung völlig falsch ist - aber da man ein Livealbum ja meist von vorne nach hinten hört, stört das nicht weiter. Gerade diese Livestücke bieten dem Hörer die Chance, zu den Wurzeln der Band vorzudringen - immerhin ist The Fountain Of Salmacis ja schon von 1971. Wer von Genesis nichts Älteres als z.B. Follow You, Follow Me und Mama kennt, gerade dem würde ich besonders diese alten Nummern vorspielen.
Daß insgesamt diese Liveaufnahmen mit der epischen Intensität von Seconds Out nicht mithalten können, liegt wohl vor allem am Songmaterial. Neben richtig schönen, dramatischen und dynamischen Stücken wie Abacab oder Duchess haben Genesis einfach schon zuviel seichte Ballädchen und Hitformatnummern gemacht - immer noch sehr gut, aber eben nicht mehr innovativ oder originell. Misunderstandings und Turn It On Again sind federleichte Popnümmerchen, die sofort vergessen sind: völlig Belangloses, von wirklichen Könnern gut umgesetzt. Auf Three/Four Sides Live begegneten sich die alten und neuen Genesis, und das ergibt zwar eine abwechslungsreiche Scheibe, aber nur streckenweise ein richtiges Live-Feeling.
Ja, es stimmt, die Musik ist nur noch brüchstückhaft von Prog durchsetzt... Lesen Sie weiter...
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