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George Clooney, Mark Wahlberg, Ice Cube und Spike Jonze (der Regisseur von Being John Malkovich) spielen ein Quartett U.S.-Soldaten, die während der Operation "Desert Storm" alle Illusionen verloren haben und sich entschließen, 23 Millionen Dollar in Gold zu stehlen, die von Saddam Husseins Armee aus Kuwait entwendet wurden. Es ist nicht schwer, die Goldbarren den Irakis zu entreißen, sie jedoch zu behalten, erweist sich als potenziell tödliches Unterfangen. Gegen Ende ihrer Söldnermission können die Amerikaner die Grausamkeiten des Krieges nicht länger ignorieren (ebensowenig wie die Zuschauer -- der Film ist alles andere als beschönigend), und ihr Verantwortungsbewusstsein befiehlt ihnen, den Kuwaitischen Rebellen zu helfen, die von Präsident George Bushs launenhafter Kriegspolitik im Stich gelassen wurden. All das ist eine ernsthafte Thematik, aber Russell zeigt in Three Kings einen Sinn für das Absurde, und der ganze Film ist ein Beispiel für geniale visuelle Umsetzung. Obwohl das konventionelle Ende bei diesem ansonsten einzigartigen Film ein wenig enttäuscht, fängt Three Kings den brutalen Wahnsinn des Krieges ein, während man trotz alledem noch laut über den ganzen Irrsinn lachen kann. --Jeff Shannon
Für alle die diesen Film anschauen möchten oder sich für das Thema interessieren, hier also ein paar Informationen:
Saddam Hussein, Angehöriger der mächtigen Minderheit der Sunniten, regierte im Irak seit 1979.
1980 überfiel er den schiitischen Iran, wo kurz zuvor eine islamische Revolution stattgefunden hatte. Unterstützt wurde er dabei von westlichen Staaten, insbesondere Frankreich, Deutschland und den USA, aber auch von der Sowjetunion und von China.
Bei diesem brutalen Krieg, in dessen Verlauf von beiden Seiten Kriegsverbrechen begangen wurden, kam es auch zum Einsatz von chemischen Waffen durch den Irak (u.a. auch gegen die eigene kurdische Minderheit im Norden). Finanziert wurde dieser 1.Golfkrieg, der bis 1988 dauerte von den sunnitischen Golfstaaten. Um diese Schulden zurückzahlen zu können, besetzte Saddam Hussein 1990 das erdölreiche Kuwait.
Daraufhin bildete sich eine Allianz von westlichen und arabischen Staaten unter der Führung der USA, die Kuwait befreite. Dabei kam die amerikanische shock-and-awe-Taktik zum Einsatz, was bedeutet, dass die Zivilbevölkerung mit massiven Bombenangriffen (und entsprechenden "Kollateralschäden") eingeschüchtert wird. Der Öffentlichkeit verkaufte man die Angriffe als chirurgisch-genaue Zielbekämpfung. (Der 2.Golfkrieg 1991 war ohnehin ein Medienkrieg: Nur unkritischen Journalisten bot man Bildmaterial und Informationen.)
Eine Kommission stellte einige Zeit später in New York fest, dass es auf amerikanischer Seite im Verlauf dieses kurzen Krieges auch zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gekommen war. Auf der "Straße des Todes" von Kuwait nach Bagdad, wurde durch US-Kampflugzeuge alles zerstört und getötet, was sich bewegte. Irakische Stellungen wurden mit gepanzerten Bulldozern zugeschoben, so dass die sich darin befindenden Soldaten bei lebendigem Leibe begraben wurden, obwohl sie sich größtenteils ergeben wollten.
Trotz des schnellen Sieges wollte man Saddam Hussein nicht beseitigen und so kam es 1991 zum Waffenstillstand zwischen den Alliierten und der irakischen Armee. Die schiitischen und kurdischen Rebellen, die US-Präsident George Bush (der Vater des heutigen Präsidenten) zum Aufstand gegen Saddam Hussein aufgerufen hatte, überließ man der Vernichtung durch Saddams Truppen.
An diesem Punkt setzt der Film "Three Kings" ein. Kuwait ist befreit, die amerikanischen Truppen überwachen nur noch den Waffenstillstand (der natürlich nicht zwischen irakischer Armee und den Rebellen gilt) und das Flugverbot und warten auf ihre Rückkehr in die Heimat.
Major Gates, Mitglied einer Spezialeinheit, erfährt, dass ein paar Reservisten in dem Hinterteil eines Gefangenen eine Karte gefunden haben, die den Weg zu einem Bunker weist, in dem kuwaitisches Gold gelagert wird. Mit dreien dieser Reservisten macht er sich auf den Weg, zur persönlichen Alterssicherung in den Besitz dieses Goldes zu gelangen.
Das Herausragende an diesem Film sind die psychologischen Details: Schon in der ersten Szene bekommt man einen Eindruck, wie wenig die amerikanischen Soldaten verstehen, was sie dort in der Wüste eigentlich tun.
Just nach der Operation DesertStorm gab es unzählige US Soldaten, die sich ernsthaft und zu Recht die Frage stellen mussten "What was that all about? What did we achieve? What did we save?". Saddam's Gold aus Kuweit, von Scheichen entwendet, soll nun ihm selbst wieder entwendet werden. Ein grosser Plan unter ein paar kleinen Soldaten, die eigentlich nach Hause zurückkehren könnten, doch wird hier Irrsinn und Freiheit einer Kriegssituation brilliant widergegeben: Krieg bedeutet eine Art Freiheit, man ist losgelöst von alltäglichen Verhaltensstrategien und sozialen Regeln. Eine Mischung aus eine Art "Ferien" und ultimativem Irrsinn. Wenn man in dieser Welt der komplett anderstartigen, primitiven Gesetze einmal begonnen hat, Menschen umzubringen, verinnerlicht sich im dramatischsten Fall dieses krankhafte Freiheitsgefühl. Genau darin besteht das Trauma von Rückkehrern: eine nie mehr wiederkehrende und gleichzeitig krankmachende Freiheit aufgeben und der Hintergrund dessen gleichzeitig als unglaubliches Sündegefühl auf sich zu tragen.
Um nicht mit leeren Händen aus einer Tragödie in die Heimat zurückzukehren, beschliessen drei ernüchterte Soldaten, sich um besagte Goldbarren zu kümmern. In motivierter, goldgieriger Ferien-Rückkehr-stimmung beginnen sie eine Odysee durch eine Welt, die jene Spuren widergibt, welche die amerikanischen Einheiten TATSÄCHLICH hinterlassen haben: Nebst unzähligen, unschuldigen Ziviltoten eben auch die superlative Unsicherheit und totale Einschüchterung; denn wie ernüchternd und grauenhaft die Tatsache, dass jegliche von der USA motivierte Auflehnungshaltung gegen Saddam nicht mit deren versprochenen Unterstützung beantwortet wird. Stattdessen wird das Volk nach dieser sinnlosen US-Bestichelung erneut ihrem Regime überlassen, welches nun umso härteres Vorgehen an den Tag legt.
Krieg KANN keine saubere Sache sein. Krieg ist ein dermassen komplexes Geflecht, das übermenschliches Verständnis und unmenschliches Vorgehen voraussetzt. Selbst eine Nebensächlichkeit wie ein einziger Schuss kann einen Menschen ins Verderben oder gar den Tod stürzen. Die Bereitschaft, in einem sauberen Krieg ein kleines sauberes Opfer zu bringen, wird dadurch schon mal krass ins Lächerliche gezogen, bedenkt man, was ein kleiner dummer Schuss in die Eingeweide bewirken kann...
Ein geniale Satire, die eben drum eine ist, weil sie gekonnt die Ernsthaftigkeit der Situation einfängt und uns trotzdem schmunzeln lässt. Der Schluss ist für diesen so recht überraschend anderstartigen Film leider zu sehr Hollywood, tut dem Gesamtwerk aber kaum weh. Wahlberg, Ice Cube und Clooney haben alle einen Pluspunkt verdient, vor allem letzterer, der sich scheinbar für die Realisierung dieses Films selbst stark ins Zeug gelegt hat.
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