Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Doppel-Trio, 6. Oktober 2005
Und wieder einmal hat es Robert Fripp geschafft, sich und seine Band inklusive ihrer Musik neu zu erfinden. War in den siebziger Jahren nach der LP "RED" das erste Mal Schluss, meldeten sich King Crimson 1981 mit "Discipline" zurück und hatten enorm am Sound gefeilt. Ohne das wunderschöne Mellotron, dafür mit zwei Gittaristen (Fripp und Adrian Belew), Bass (Tony Levin) und Schlagwerk (Bill Bruford) wurde ein abwechslungsreicher Stil kreiert, der sich durch schöne, melodiöse Songs und rhythmisch vertrackte, extrem virtuose, groovige und am Beat der Achtziger orientierte Kompositionen auszeichnete. Nach zwei weiteren Alben befand der Meister, dass man sich wieder in einer künstlerischen Sackgasse befand und löste seine Truppe auf. 1995 meldete man sich dann mit "THRAK" wieder. Das Konzept wurde weitestgehend aus den achtziger Jahren übernommen, der Sound wurde nur noch druckvoller, die Melodien (meistens von Belew) noch schöner und die Formen noch vertrackter. Das beeindruckend Neue ist hier, dass die Band aus zwei Gitarristen (Fripp, Belew), zwei Bassisten (Levin und Trey Gunn) und zwei Schlagzeugern (Bruford und Pat Mastelotto) besteht, die sich auf dem Album gegenseitig die musikalischen Bälle zuspielen und wunderbar harmonieren. Das Album ist ein phantastischer Mix aus Songs, polyrhythmischen Kollektivimprovisationen und hartem Gitarrensound, der durch ein solides Bass/Schlagzeug-Fundament gestützt wird. Für KC-Fans ein Muss, für Neueinsteiger, die progressive Musik im modernen Soundgewand suchen, sicherlich sehr empfehlenswert. Für die alten Hasen, die den Klang der Siebziger mit viel Bläsern oder Geige und Mellotron suchen, nicht zu empfehlen, obwohl in jedem Stück der Geist der Siebziger mehr als präsent ist, eben nur anders angezogen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für höchste Ansprüche!, 16. Februar 2006
Von Ein Kunde
Wir haben hier eine der sehr wenigen Bands, die es geschafft hat und immer wieder schafft, sich neu zu erfinden und sich nicht an einem bestimmten (Zeit)Punkt einfach einer Strömung überlässt und treiben lässt. Gleichzeitig gelingt es, das eigene Profil zu wahren. Dies scheint ein sehr schwieriges Unterfangen zu sein, was sich an der eben sehr geringen Anzahl der Bands niederschlägt, denen dies gelingt. Genesis sei hier noch als gutes Beispiel genannt, leider nur bis in die frühen 80er Jahre. Allerdings ist es auch sehr verlockend, die finanziell erfolgreiche Phase der Musik quasi einzufrieren (oder es zu versuchen), um die Geldmaschine einfach am laufen zu halten... Genug der Philosophie. Nur noch soviel: Es kann einfach nicht hoch genug eingeschätzt werden, dass es noch Leuchttürme im Meer der musikalischen Belanglosigkeit gibt, welche den Musikdurst jenseits des schnöden Kurzfrist-Konsums und/oder der Hintergrundbeschallung befriedigen und hier kommen wir zu King Crimson. Der Mastermind der Crimsos, Robert Fripp verstand es immer wieder, sich zeitgenössischen Einflüssen ein gutes Stück weit zu entziehen und zwar auf eine recht brachiale Art und Weise: Auflösung der Band und (kreative) Ruhepause. Das hatte einen kathartischen Effekt: Die Einflüsse der zeitgenössischen Musik verwässern nicht allzu sehr das eigene Werk und somit kann sich die Musik quasi aus sich selbst heraus entwickeln. Außerdem schwächt das den Effekt der "musikalischen Selbstklonung" gut ab. Trotzdem gelingt es, das eigene Profil und den Wiedererkennungswert zu wahren. Mehr an musikalischem Idealismus und künstlerischen Anspruchs scheint nicht erreichbar. Geboren ward KC in den späten 60er Jahren, als einer der "Vier Großen" des Progressive Rock: Genesis, ELP, Pink Floyd und eben KC. Die 80er Phase der Crimsos schloss mit "Three of a Perfect Pair" (1984) und der darauffolgenden Tournee ab. Die Entwicklung drohte schon zu "verpoppen", da löste man sich auf, widmete sich anderen Projekten. In der langen Zwischenzeit bis "Thrak"(1995) gab es Sampler (siehe etwa das vorzügliche "The Great Deceiver", 1992) Demoversionen ("Vrooom", 1994) und natürlich Soloprojekte. In den 90ern holte Fripp "frisches Blut" mit ins Boot: Die jungen Talente Pat Mastelotto (Percussion) und Trey Gunn (Chapman Stick bzw. WarrGuitar). Mit der 80er-Jahre-Formation Fripp, Belew, Levin und Bruford ergab sich eine "explosive" Mischung aus zwei Dreier-Kombinationen, die sich gegenseitig hochputschte und eine unglaubliche Dynamik entwickelte. Leider hielt diese Konstellation nur für kurze Zeit und ein einziges Album - "Thrak". Diese Dynamik schlägt sich nicht nur in der bunten, abwechslungsreichen Zusammenstellung vorliegender Songs. Einerseits die Weiterentwicklung der 70er-Jahre-Crimsos (siehe dazu etwa "Red", 1974) in schräg-brachial anmutenden Stücken, wie etwa "Vroom" oder "B'Boom". Andererseits, die sanft, fast zerbrechlich anmutenden, balladesken "Walking on Air" und "One Time", welche vordergründing vom Bass und der Stimme Belews leben. Zwischen diesen beiden Polen liegen rassige 'Progsongs': "Dinosaur", "People" und "Sex Sleep Eat Drink Dream", welche ein perfektes Beispiel dafür liefern, dass man reinrassigen Prog eben auch im "Songformat" schreiben kann. Die besagte Dynamik kommt vor allem innerhalb der Stücke zur Geltung. Die 6-er Crimso-Vormation tobt sich hier richtig aus. Auf der rythmischen und melodischen, bzw. harmonischen Ebene spielt jedes Instrument seine eigene Hauptrolle. Richtig spannend wird es dann, wenn diese "Hauptrollen" synkopiert vorgetragen werden. Ich lege den Live-Mitschnitt "Eyes Wide Open" hier wärmstens ans Herz! Fazit: Inspiration, Idealismus, Spielfreude und Können = Absolute Kaufpflicht !
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Experiment, 13. Januar 2006
Von Ein Kunde
Auf einer Liste der besten Crimson-Alben kommt diese Platte nicht unter die Top Five. Über die Qualität von THRAK wird gestritten. Nun, über King Crimson wird meistens gestritten. Fripp wollte KC zu Beginn der 90er wieder ins Leben rufen, da er meinte, es gebe wieder Musik zu spielen, die gespielt werden müsse, und nur KC könnten diese spielen. THE FIRST DAY mit David Sylvian, den er als Sänger für KC wünschte, hätte die erste Crimson-Scheibe nach dem Split der Band 1984 werden können. Das Doppel-Trio war die Alternative. Dieses hat nur eine einzige Studioplatte gemacht und sich dann 1997 erneut aufgelöst. Es gibt 2 Schlagzeuge, 2 Gitarren und 2 Chapman-Sticks plus Gesang von Adrian Belew. Der Gesamtsound der Platte ist brachial. Während die 80er-Phase einen sterilen, klinischen Sound hatte und weitestgehend ohne verzerrte Gitarren auskam, wird auf THRAK gekracht und geschmettert. Auf dem Album gibt es Songs, Full-Group-Instrumentals und Experimente mit den Möglichkeiten, die die Besetzung bot. So "B'Boom", ein Schlagzeugduett, "Radio", kurze Soundscape-Schnipsel, "Inner garden", mit Gitarren-Circulations. Das deutet schon darauf hin, dass die Platte nicht homogen ist, was kein Manko wäre, aber es entsteht auch nicht der Eindruck eines Ganzen. KC haben bessere Instrumentals gemacht als "Vrooom", "Vrooom vrooom" und "Thrak", zum Beispiel "Red" oder "Level five", und bessere Songs als "Dinosaur" oder das belanglos klischeehafte "People". Die Double Band hat nicht viel Output gebracht und ist wahrscheinlich außerhalb des möglichen Potentials geblieben. Damit weist sie aber auch auf eine Stärke Fripps hin: altbekannte Dinge über Bord zu werfen, etwas neues zu wagen und auch zu riskieren, dass das Ergebnis nicht mit Garantie gut wird.
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