Ich habe auch das Debutalbum "Injections" - das neue Album ist deutlich "fülliger", mehr Sounds, durchaus auch härter - es haut irgendwie mehr rein, ohne aber zu technoid zu werden. Für mich wirklich sehr gut gelungener Düster-Electro / EBM / Industrial - wie auch immer man es nennen will. Stilistisch angesiedelt bei Suicide Commando, Agonoize, Grendel, Hocico, Tactical Sekt... Aber irgendwie dann doch anders. Die Melodien sind weniger prägend und stehen nicht so im vordergrund wie zB bei Agonoize, nicht so sphärisch wie bei Hocico, sind aber stets da, nicht aufdringlich. Eine gesunde Härte ist ebenfalls vorhanden, verzerrte Stimme, und vor allem viele schöne dreckige Sounds, die aber nicht "verwaschen" oder aufgesetzt klingen - irgendwie nicht so "kalt" wie bei manch anderer Band aus dem Sektor. Teilweise klinge das ganze so, wie ich mir die Weiterentwicklung von Suicide Commando der letzten 2-3 Jahre eher gewünscht hätte ;) Mit einem Tick mehr Wiedererkennungswert wären es für mich 5 Sterne. Auf der anderen Seite wird nicht mit irgendwelchen abgefahrenen, unnötigen und neuen Sound-Ideen hantiert, nur DAMIT man mal was völlig neues hört. Den größten Ohrwurm-Charakter hat "Circle of Pain", welches manch einer vielleicht schon vom Benefiz-Sampler "When angels die" kennt, durch den ich vor gut 10 Monaten überhaupt erst auf Nurzery Rhymes aufmerksam wurde. Am besten mal die myspace-Site der Band aufrufen, dort finden sich zwei Tracks des neuen Albums (auf das Cover-Bild des Players achten) - gleich der erste "cuore sanguinato" zeigt sehr gut, welchem Stil das Album folgt.