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Auf den letzten Alben orientierten sich die Briten immer mehr in Richtung düstere Rockoper und Bombast-Metal, und beim ersten Durchlauf von Thornography ist man geneigt, sich über deutlich präsentere Gitarren und zumindest einen Anflug der alten Brachialität zu freuen. Der Härte-Effekt nutzt sich allerdings recht schnell ab. Klammert man einige gelungene Riff-Passagen aus, zelebrieren Dani Filth und seine Nebenvampire den üblichen epischen Soft-Schock-Rock mit teils unverkennbaren Anleihen bei King Diamond, Alice Cooper und HIM (deren Sänger Ville Valo ist bei "The Byronic Man" als Gastsänger zu hören). Im Vergleich zu Klassikern wie Dusk And Her Embrace oder Cruelty And The Beast wird hier nur ganz zart Blut verspritzt und Angst und Schrecken verbreitet. Wer Scheiben wie Nymphetamine mochte, wird allerdings bestens bedient und stört sich wahrscheinlich nicht einmal an dem Heaven-17-Cover "Temptation".
-- Michael Rensen
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gute 3 Sterne,
Von
Rezension bezieht sich auf: Thornography (Audio CD)
Zwei Jahre nach dem letzten Opus "Nymphetamine" erscheint nun bald das mittlerweile achte Studioalbum der englischen Dark-Metaller Cradle of Filth.Nach der 2003er Bombast-Orgie "Damnation and a Day" war schon "Nymphetamine" wieder deutlich "metalliger" und weniger Soundtrack-artig, ein Weg, der mit "Thornography" weiter beschritten wird. Zuerst ein paar Worte zur Produktion: sauber, druckvoll, gut abgemischt und mit einem natürlichen Instrumentensound, also alles in allem gut gelungen. Also zur Musik: Wie bereits erwähnt setzt "Thornography" den "Nymphetamine"-Stil fort, nämlich eine Mischung aus epischem Dark-Metal mit recht deutlichen Death- und Thrash-Einschlägen. Der Song "Gilded Cunt" von "Nymphetamine" zeigt, was damit gemeint ist. Der Opener "Under Pregnant Skies..." ist recht klischeehaft und im Prinzip völlig überflüssig. Wenigstens verzichten Cradle diesmal auf weitere Zwischenspiele dieser Art und präsentieren sonst nur "echte" Songs. Das folgende "Dirge Inferno" ist ein thrashiger Uptempo-Song, der zum Bangen einlädt und stellt einen gelungenen Einstieg in das Album dar. "Tonight in Flames" enthält zum ersten Mal in der Geschichte der Band cleane männliche Vocals, gesungen von HIM's Ville Valo. Diese Ankündigung wurde im Vorfeld kritisch aufgenommen, stellt sich jedoch als gute Abwechslung zu den überstrapazierten weiblichen Gesängen von Sarah Jezebel Deva heraus. "Libertina Grimm" ist auch eher im Uptempo angesiedelt, mit einigen Keyboardunterbrechungen. "The Byronic Man" ist dagegen eher getragen und bietet wieder Vocals von Ville Valo. Ein typischer neuerer Cradle-Song bei dem die Vocals im Vordergrund stehen. "I Am the Thorn" bietet mehrere Tempiwechsel und überhaupt einiges an Abwechslung. Einer der besseren Songs auf diesem Album. "Cemetery and Sundown" verzichtet ganz auf Keyboards, ist aber dennoch angenehm melodisch. Ehrlicher Metal. "Lovesick for Mina" ist der langsamste Titel auf "Thornography" und erzeugt die typische keyboardlastige Cradle-Atmosphäre. Angenehm als Abwechslung zu den anderen, durchgängig recht schnellen Songs. "The Foetus of a New Day Kicking" bietet wie "Cemetary..." keyboardfreien, melodischen Metal. "Rise of the Pentagram" beginnt mit einem gesprochenen, Poe-artigen Gedicht und ist sonst frei von Gesang. Die Gitarre erzeugt den Rhythmus, das Keyboard die Melodie. Gut gelungen. "Under Huntress Moon" ist wieder sehr schnell, aber melodischer als "Dirge Inferno". "Temptation" fällt völlig aus dem Rahmen, eine wirre Mischung aus poppigen weiblichen Vocals und elektronischen Anteilen. Vermittelt ein gewisses Pop-Feeling und gute Laune. Störend. Abschliessend gibt es zu sagen, dass Cradle mit "Thornography" beweisen, dass sie nicht in die Kitsch-Soundtrack-Goth-Ecke abrutschen, wie es einige nach "Damnation and a Day" befürchet hatten. Das Album ist vielleicht sogar das metalligste bisher, der Einsatz von Keyboards und weiblichen Vocals wurde stark reduziert. Die neuen, männlichen cleanen Vocals funktionieren erstaunlich gut, statt den Sound zu verwässern bringen sie neue Abwechslung und wirken frischer als die angestaubten Frauengesänge. Songs wie "Cemetary and Sundown" und "The Foetus..." sind melodisch und hart zugleich, eine Kombination, die nicht leicht zu errichen ist. Kritik gibt es aber auch: vor allem die fehlende Tempovariation ist etwas langweilig, mir persönlich ist das Album etwas zu schnell, aber das ist Geschmackssache. Zudem sind die Songs in gewisser Weise austauchbar, richtig bemerkenswerte Riffs fehlen. Soweit etwa 3,5 Punkte. Den endgültigen Ausschlag zu drei Punkten gab dann "Temptation", unverständlich, dass es so etwas auf die reguläre Edition schafft. Die "Nymphetamine"-2-Disc-Edition enthielt auch minderwertige Songs, aber eben auf der Bonus-CD. Resultat: Gute 3 Punkte. Anspieltipps: - I Am the Thorn - The Foetus of a New Day Kicking - Lovesick for Mina - Rise Of The Pentagram Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gelungen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Thornography (Audio CD)
Machen wir es kurz. Die neue Cradle of filth ist einfach ne wirklich gelungene Metal-Scheibe, die eigentlich jedem halbwegs aufgeschlossenem Metaller gefallen sollte. Hier gibt's sowohl fette Thrasher wie "Dirge Inferno", Maiden-artige Nummern wie "Tonight in Flames" als auch Gothic-Metal "Cemetery and Sundown". Nur den typischen C.O.F. Black Metal der 90-er findet man eigentlich nur bei "Under Huntress Moon". Wer also eine zweite "Cruelty and the beast" erwartet kann sein Geld hier sparen. Allen anderen kann ich die Scheibe guten Gewissens empfehlen. Lange keine so abwechslungsreiche Scheibe gehört. Zur Höchstwertung fehlen eigentlich nur noch ein oder zwei Überknaller wie "Dusk and her embrace" oder "Haunted Shores".
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Sehr durchwachsene Weiterentwicklung...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Thornography (Audio CD)
Cradle of Filth haben sich verändert. Ob das nun nötig war oder nicht, sei dahingestellt. Eindeutig versuchen die Mannen um Dani Filth auf diesem Album eingängigere, melodiösere und 'poppigere' Musik zu produzieren, wie bei 'Byronic Man' mit schwachen und unpassenden Vocals von Ville Vallo oder 'The Foetus of a new day kicking' mit wesentlich mehr Erfolg versucht wird. Der letzgenannte Song ist auch beispielhaft für die Tendenz Dani's, sich von seinen ultra-brutalen und sad-maso inspirierten Lyrics zu verabschieden und sogar politische Themen aufzugreifen - in diesem Fall mit Erfolg. Andere Texte, wie der von 'Lovesick for Mina' sind einfach nur trivial.Musikalisch hat sich im Vergleich zu 'Nymphetamine' nicht viel geändert - wobei es der Band diesmal nicht gelingt, ihre typischen Blast-Riffs mit eingängigeren Passagen zu verquicken. Oft wirkt das hier aufgesetzt und gezwungen. Ober dieser melodische Einschlag auf den Druck der Plattenfirma oder Chart-Aspirationen der Band zurückzuführen ist, ist unklar. Fast schon entsetzt bin war ich beim ersten Durchhören aber ob der Veränderung in Dani's Stimme. Hatte er auf 'Damnation and a Day' und 'Nymphetamine' noch in allen Lagen, gegrunzt, gekrächzt, gekreischt und gehaucht, so ist er hier nur noch ein Schatten seiner selbst. Es ist zu befürchten, dass das Touren letztendlich seinen Tribut verlangt und die bis aufs Extremste strapazierte Stimme des Frontmanns sich langsam verabschiedet. Auf diesem Album bleibt sich flach, ausdruckslos, verzerrt. Anders als bei allen anderen Alben zuvor eben. Thronography hat auch höhepunkte, doch diese sind eher selten. 'I am the Thorn' funktioniert als 'poppig' - gotische midtempo-Nummer sehr gut, ebenso das wieder mnit Gänsehaut-Chorälen versehene 'Under Huntress Moon'. 'Dirge Inferno' ist der härteste Track des Albums und daher enttäuscht auch fast alles, was danach kommt. Das vielgescholtene 'Temptation' - ein cover der Synthie-Band Heaven 17 - funktioniert überraschend gut und ist nochmal ein versöhnlicher Abschluss. Es verdeutlicht, wie gut das ganze Album hätte sein können, wenn Cradle of Filth tatsächlich auch selbst eingängige Hooks und Riffs schreiben könnten, wie sie in deisem Song zu finden sind. An dieser Schwäche scheitert jedoch letztendlich das Unternehmen 'Cradle für die Massen'. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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