Er legte das Buch behutsam zur Seite. Wenn Jan auch nicht das Gefühl hatte, gerade das schlechteste Werk Hohlbeins gelesen zu haben, so war etwas an dem Gedanken, was irgendwie...stimmte. Sein Schreibstil hatte sich nicht geändert und so fesselte ihn das Geschriebene wie am ersten Tag an jede Seite des Buches, doch irgendetwas war...falsch, das wusste er mit unbestimmter Gewissheit. Waren es die vielen, teilweise offensichtlichen Schreibfehler? Nein, das konnte es nicht sein, das hatte ihn bei anderen Literaturen auch noch nicht gestört.Vielleicht waren es die Beziehungen und Handlungen der aus der Mythologie verwendeten Namen, die wie bei einer modernen Hollywood-Neuverfilmung lediglich dazu dienten, das bisher bekannte über Bord zu werfen und sie völlig neu zu inzenieren? Nein, auch das störte Jan nicht, kannte er doch die Edda und die nordische Mythologie nur vom flüchtigen Lesen und hatte auch nicht erwartet, ein exaktes Abbild eben dieser in einer neu geschrieben Form wiederzufinden. Was es war, sollte der Leser bald herausfinden.
Er wusste es sofort, nachdem er die letzte Seite gelesen hatte, und die Geschichte Revue passieren ließ - es war die schier unendliche Länge des Buches, deren Seiten immer wieder gefüllt wurden mit ewigen Reiseberichten und Handlungen, von denen eine weniger Sinn machte, als die nächste. Müde und erschöpft vom Lesen solcher Passagen ertappte sich der Leser mehr als einmal dabei sich zu wünschen, Thor würde als nächstes doch gen Walhal aufsteigen und die Geschichte somit eine plötzliche und weniger vorhersehbare Wendung finden. Vielleicht würden dann wenigstens die vielen Fragen geklärt werden, die bei ihm im Laufe der Zeit aufgekommen, aber letztendlich dann doch nie oder nur unzureichend erklärt worden waren.
Er beschloss trotzdem, dem Werk 3 Punkte zu geben. Es war unverkennbar ein Buch Hohlbeins, sein Schreibstil gefiehl und vielleicht würden sich die vielen aufgeworfenen Fragen in einem der nachfolgenden Bänden der "Saga" ja noch klären.