Ja, ich kann die Stoßseufzer verstehen:
Nicht noch ein Buch über irgendeinen Aspekt im Leben der Manns...
Doch dieses wunderschön gemachte Taschenbuch von Insel verdient einen zweiten, dritten Blick und viele Leser!
"Tod in Venedig" ist die bekannteste Erzählung Thomas Manns und wer sie gelesen hat, wird sie nie mehr vergessen. Mehr noch, ich kenne kaum ein Buch, dass so polarisiert wie eben "Tod in Venedig"! Man hasst es oder man liebt es! Dazwischen gibt es nicht viel.
Und über kaum ein anderes Werk Thomas Manns ist soviel spekuliert worden wie über die Erzählung des alternden Schriftstellers Gustav von Aschenbach, der sich in Venedig in einen Jüngling verliebt.
War Gustav Mahler Aschenbachs Vorbild? Wer stand Pate für Tadszio? Diesen Fragen - und vielen weiteren - geht der Autor Reinhard Pabst nach und unterlegt seine Recherche mit vielen zeitgenössischen Fotos von Venedig.
Er nimmt den Leser mit auf eine (Zeit)Reise und lässt vorallem die Bilder sprechen!
Sein Text ist zurückhaltend aber sehr informativ und zeigt Venedig von seiner geheimnisvollen Seite.
Ich möchte diesen kleinen Band nicht mehr missen, denn er trägt zum Verständnis einer Jahrhunderterzählung bei und ist dennoch mehr als spröde Sekundärliteratur.