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Diesem Aspekt einer ästhetischen Verwandlung von Leben in Kunst widmet der Mainzer Germanist Hermann Kurzke seine umfassende, überaus kundige und sehr gut lesbare Biografie. Akribisch und mit viel Sinn für scheinbar Nebensächliches ("Als Kleinkind schlief Tommy in einem Gitterbettchen mit grüner Gardine") schildert er Manns Werdegang vom bildungsbürgerlichen Lübecker Kaufmannshaushalt über die Exilzeit in den USA bis hin zu Ruhm und Ärger der späten Jahre in der Schweiz. Wie fruchtbar dabei auch die biografische Lesart der Werke eines Schriftstellers geraten kann, der sich und seine Zeitgenossen immer wieder hinter den Masken seiner Romanhelden zu verstecken wusste, demonstrieren vor allem die fundierten Kapitel über den Zauberberg (1924) und die Joseph-Tetralogie (Band 1: Die Geschichten Jaakobs, Band 2: Der junge Joseph; Band 3: Joseph in Ägypten; Band 4: Joseph, der Ernährer (1933-1943)).
"Spielerisch huscht Thomas Mann immer wieder hinter seine Figuren", schreibt Kurzke dementsprechend. "Neckisch zwinkert er dem Leser zu und fordert ihn auf, ein gleiches zu tun, Figuren zu suchen, hinter denen er sein Freud und Leid verbergen, aber auch zugleich offenbaren kann". So ist die kluge, brillant geschriebene Biografie nicht zuletzt auch eine Einladung, Bücher wie Buddenbrooks (1901), Tod in Venedig (1912), Doktor Faustus (1947) oder Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1954) mit neuen Augen zu lesen. --Thomas Köster
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 02.08.2002
"Nett" und "durchaus auch informativ", aber mit einer "seelenlosen Nachtmärchenstimmen" gesprochen kommt Hermann Kurzkes Doppel-CD über Leben und Werk Thomas Manns daher, findet Rezensent Martin Z. Schröder. Aber trotz der "fehlgeschlagenen Inszenierung" wünscht er der CD einige Aufmerksamkeit. Denn neben den Stimmen von Thomas Mann sind auch die der Kinder Erika und Golo festgehalten, die beispielsweise einen typischen Arbeitstag des Vaters schildern, berichtet Schröder. Insbesondere jenen, die sich in ihrer Freizeit dem Genuss der Mann-Lektüre hingeben, jedoch nicht die Muse finden, ein Fachbuch über den Zauberer zu lesen, legt Schröder Kurzkes CD ans Herz, "um nun auf diesem Wege Irrtümer, Einsichten, Fährnisse, Leidenschaften dieses Künstlers überblicken können".
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