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Thomas Mann, Gesammelte Werke in Einzelbänden. Frankfurter Ausgabe: Doktor Faustus - Das Leben des deutschen Tonsetzrs Adrian Leverkühn, erzählt von ... Leverkühn erzählt von einem Freunde: Bd. 1
 
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Thomas Mann, Gesammelte Werke in Einzelbänden. Frankfurter Ausgabe: Doktor Faustus - Das Leben des deutschen Tonsetzrs Adrian Leverkühn, erzählt von ... Leverkühn erzählt von einem Freunde: Bd. 1 [Gebundene Ausgabe]

Thomas Mann
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 746 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 5 (Januar 1981)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100482204
  • ISBN-13: 978-3100482204
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Doktor Faustus
T Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde OA 1947Form Roman Epoche Moderne
In Anlehnung an das alte Volksbuch vom Doktor Faustus erzählt der Roman Thomas Manns eine exemplarische Künstlerbiografie, in der anhand kunstphilosophischer, in erster Linie musiktheoretischer Betrachtungen eine Analyse Deutschlands und der Deutschen, ihrer inneren Befindlichkeit und ihres politischen Schicksals im 20. Jahrhundert vorgestellt wird.
Entstehung: Im Frühjahr 1943 begann Thomas Mann im kalifornischen Exil mit dem Roman, dem ein umfangreiches Quellenstudium vorausging. Wie der Erzähler Zeitblom im Roman beginnt Mann mit den Arbeiten am 23. Mai des Jahres und lässt sie am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation Deutschlands, enden. Zeitgleich mit gesellschaftspolitischen Aufsätzen Manns, vor allem Deutschland und die Deutschen (1945), in dem die Gleichsetzung von Faust, Deutschtum und Musik den gedanklichen Ausgangspunkt darstellt, wird Doktor Faustus in den ersten Jahren nach seinem Erscheinen vor allem als Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus verstanden, wobei die zum Teil kritischen Reaktionen jener Jahre mit Manns Zögern, nach Deutschland zurückzukehren, in eingem Zusammenhang standen.
Inhalt: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde, so der Untertitel des Romans, wird vom pensionierten Lehrer Dr. phil. Serenus Zeitblom erzählt, der seinem Jugendfreund als Librettist und Verwahrer seiner Manuskripte zur Seite stand. Beide stammen aus einem altdeutsch gezeichneten Umfeld in Thüringen, besuchten gemeinsam das Gymnasium und studierten mehrere Semester an der selben Universität, Leverkühn Theologie, Zeitblom klassische Philologie. Auch spätere Lebensstationen führten beide wiederholt zusammen, bis Leverkühn 1930 – in deutlicher Anlehnung an die Biografie von Friedrich R Nietzsche – eine Geisteskrankheit befällt und er die letzten zehn Lebensjahre in geistiger Umnachtung bei seiner Mutter verbringt.
Leverkühn, mit faustischen Zügen gezeichnet, ist im Gegensatz zu seinem katholischen, humanistischen Prinzipien folgendem Chronisten ein menschenscheuer, zwischen Schwermut und Lachzwang schwankender hochmütiger Intellektueller, dessen radikale musikalische Arbeiten als exzentrische, die Magie einbeziehende Werke qualifiziert sind, wobei die schönbergsche Zwölftonmusik eine herausgehobene Rolle spielt. In dem zentralen Teufelsgespräch (25. Kap.), einem fantastischen kunsttheoretischen Selbstgespräch Leverkühns in einem der Mephisto-Szene nachgebildeten Dialog, erfolgt die – vom Teufel in Aussicht gestellte – Beschreibung der Inspiration als dämonischer Quelle künstlerisch schöpferischer Genialität, die gesellschaftspolitisch als Auslieferung an den europäischen Faschismus in einem krankhaften Rausch gedeutet wird (»Der Künstler ist der Bruder des Verbrechers«).
Zeitbloms Beschreibung des Werde- und Untergangs seines Freundes sind im Ton eines Anteil nehmenden Beobachters gehalten, der von seinem Gegenstand mit einer Mischung aus faszinierter Bewunderung und sorgenvollem Schrecken berichtet – analog dem Blick Manns aus dem Exil auf die gesellschaftliche und politische Entwicklung Deutschlands in den 1930er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Wirkung: Interpretiert als Künstlerroman, als Bildungs–, Musik–, Gesellschafts- und Zeitroman sowie als ein Romankunstwerk, das aufgrund seiner Montagetechnik mit Zitaten das besondere Interesse der Fachinterpreten gefunden hat, ist Doktor Faustus vom Publikum überwiegend als Thomas Manns literarische Auseinandersetzung mit Deutschland und dem Nationalsozialismus verstanden worden. Die Geschichte des zeitgenössischen deutschen Verhängnisses, dargestellt als ein aus Verblendung erfolgtes Teufelsbündnis, vor dem Hintergrund einer besonderen kulturellen Geschichte war insbesondere in Deutschland selbst die dominierende Sicht, die in den Nachkriegsjahren mit der Frage der inneren und äußeren Emigration verbunden wurde. 1982 wurde der Roman von Franz Seitz verfilmt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

'Der Held des Romans, Leverkühn, ist ein außerordentlich stolzer, kühler und kluger Geist, zu klug eigentlich für die Kunst, der aber dennoch vom Drang nach dem Kreativen erfüllt ist und dazu Enthemmungen braucht, die ihm in dem ideellen Rahmen des Buches nur der Böse verschaffen kann. Mit seinem Sündenfall ist auch - gewissermaßen - auf der politischen Ebene des Buches auf die faschistische Intoxikation der Völker angespielt'.(Thomas Mann an Albert Oppenheimer 12.2.1949)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Ich habe mich im Zuge eines Hauptseminars fast ein dreiviertel Jahr sowohl mit dem Roman selbst als auch mit diesem Hörspiel praktisch täglich auseinandergesetzt. Die schlechten Rezensionen zu diesem Produkt kann ich nach dieser intensiven Rezeption überhaupt nicht nachvollziehen. Die Kürzungen finde ich insgesamt sehr sinnvoll, die wesentlichen Sujets des Romans kommen noch immer voll zum tragen. Auch die Musik trägt wesentlich dazu bei, dass aus diesem Mammutwerk kein Langweiler geworden ist: Mal pompös, mal albern, mal subtil und finster, die mannigfaltigen Stimmungen des Romans werden gekonnt konterkariert. Nein, es ist keine Zwölftonmusik und kein Mahler was dargeboten wird, auch ist der Musikteppich häufig noch nichteinmal besonders anspruchvoll oder komplex. Ich verstehe ihn eher als einen modernen, leicht skurrilen Soundtrack zu diesem "Hörfilm", der seine Funktion, nämlich die Inhalte zu untermalen, vollends erfüllt.
Die opulente Sprecherriege ist ebenfalls superb! Vor allem Adrians Sprecher fährt eine beeindruckende Bandbreite schauspielerischen Könnens auf. Als sehr gelungen empfinde ich auch Zeitbloms Sprecher: Leicht verstockt, mit einem Hauch von schwulem Touch in der Stimme, ist er sogar relativ nahe bei Thomas Manns eigenem Sprachduktus.
Weil hier Gert Westphals Lesung erwähnt wurde: Im Vergleich zu dieser Fassung wirkt (der zweifellos brilliante) Westphal mit seiner monolithischen Mammutlesung, frei von jeder Musik und Spannnungsbögen, wirklich wie ein verstaubtes Fossil von vor dem Kriege.
Wie bereits erwähnt wurde, soll derjenige, der dem Buch in die Tiefe folgen will, ohnehin zum Volltext greifen. Aber warum nicht beides ergänzen? Ich empfehle dieses Hörspiel uneingeschränkt, man hat über Monate sein Vergnügen damit!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Thomas Manns Alterswerk 30. Juli 2008
Format:Taschenbuch
Der vierte der großen Romane Thomas Manns (neben Buddenbrooks, Zauberberg und Joseph) ist gleichzeitig sein düsterster und sein am schwersten verständlicher. Doch es lohnt sich, die Mühe auf sich zu nehmen, die vor allem die ersten 200 Seiten bereiten, denn in seiner Gesamtheit betrachtet handelt es sich hier um einen der großartigsten Romane der Weltliteratur. Der mythisch-heitere Ton der Joseph-Romane (neben Goethes Faust das wohl ambitionierteste und in seiner Genialität unübertroffene Werk deutscher Literatur) weicht dem unheilschwangeren schweren Ton, der die deutsche Geistesgeschichte analysiert und eine Kontinuität von Luther bis zu Hitler konstruiert. Adrian Leverkühn, der geniale Komponist, der sich seine Schaffenskraft mit dem Wahnsinn erkauft, stellt einen "Akkord" (Gunilla Bergsten) dar, bestehend aus Personen der Geistes- und Literaturgeschichte, von Christus über Faust bis zu Nietzsche. An seiner Lebensgeschichte wird der Niedergang Deutschland bis zum Untergang 1945, der nicht nur dem Nationalsozialismus ein Ende machte, sondern auch der bürgerlichen Welt, exemplifiziert. Ob Leverkühns Charaktereigenschaften - hohe Intelligenz, extreme soziale Kälte, Menschenscheu und ein Hang zur Selbstinszenierung - für den typischen Deutschen stehen können, der den Pakt mit dem Teufel (also mit Hitler) schloss, ist diskutabel.
Die vielfach kritisierte Sprache des Romans zeigt sich hier als Stilmittel, das Thomas Mann bewusst einsetzt: Hier redet der Biograph Serenus Zeitblom, ein braver Gymnasiallehrer, sehr gebildet, aber eben doch beschränkt. Zeitblom ist ein bemühter, mitunter jedoch nicht allzu zuverlässiger Zeuge. Welche Kluft zwischen ihm und seinem Freund Leverkühn besteht, zeigt sich darin, dass die besten Kapitel des Romans - neben den beiden Echo-Kapiteln - diejenigen sind, in denen Leverkühn selbst zu Wort kommt: Die Briefe aus Leipzig, das (imaginierte?) Teufelsgespräch und Leverkühns Abschiedsrede, der "Oratio Fausti ad studiosos" aus der "Historia" von 1587 nachempfunden.
Ein Wort zu den musikologischen Passagen. Sie sind für einen Laien mitunter schwer lesbar, doch es zeigt sich schnell, dass es für das Verständnis dieser Passagen nicht auf Detailkenntnis ankommt, sondern auf das Künstlerbild, das ausgebreitet wird: Das des genialen Künstlers, der seine Genialität mit seiner Gesundheit bezahlen muss. Als Beispiel dient im Roman Beethoven. Leverkühns Konzept ist das der gebundenen Freiheit, der man die Gebundenheit nicht mehr anmerkt, eine Freiheit aus Gebundenheit. Erreicht werden soll das durch die Verbindung von Mathematik und Magie (sprich: irrationale Genialität), augenfällig gemacht durch das "Magische Quadrat" aus dem Kupferstich "Melencholia I" Albrecht Dürers. Leverkühns letzte Komposition, "Dr. Fausti Weheklag" ist die Erfüllung dieses Modells, ein rundum negatives Werk der Klage, der 9. Sinfonie Beethovens gegenübergestellt. Der letzte ambivalente Ton, der leise verhallt, gemahnt an den ambivalenten Schluss der "Götterdämmerung" Wagners. So ist auch dieser düstere Roman mit seiner Verschränkung vom Ende der Kunst als dem Ende der Menschheit, das sich im totalen Zusammenbruch Deutschlands zeigt, ambivalent, es besteht die Hoffnung auf eine neue Kunst und ein besseres Deutschland. Diese Hoffnung hat sich im zweiten Punkt erfüllt, was den ersten Punkt angeht, steht Thomas Mann in der deutschen Literatur nach Goethe - neben Fontane - ziemlich allein.
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51 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Meine Geschichte mit "Dr. Faustus" sieht folgendermaßen aus: Ich nahm mir das Buch als junger Mann vor, nachdem ich den "Zauberberg" meinte gemeistert zu haben, legte es aber bald zur Seite, da ich Manns Gedankenfülle nicht mehr folgen konnte. Fast 30 Jahre später griff ich mir das Buch noch einmal, um einen Krankenhausaufenthalt zu erleichtern, und fing an zu entdecken, dass ich ein Meisterwerk in Händen hielt. Allerdings erschloss sich mir erst nach einer wiederholten Lektüre unter Zuhilfenahme von Sekundarliteratur die ganze Tragweite dieses wohl von allen deutschen Romanen der Neuzeit bedeutendsten Buches. Hier geht es mitnichten nur um eine Musikerbiographie! Es ist ein Buch über Deutschland, über Politik, Kultur, Kunst und Philosophie, über Psychologie und Soziologie, über Sprache und Autorentum, über Musik und Religion ... Letzten Endes ist es ein Buch über das Leben und für das Leben. Für mich persönlich nur schade, dass ich in meinem Bekanntenkreis niemanden finde, der sich der Herausforderung, es zu lesen und darüber zu diskutieren, stellen mag. Es täte jedem Deutschen gut, sich eine Weile mit diesem Buch auseinanderzusetzen.
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