Thomas Geierspichler ist eine sehr gute, authentische Autobiographie über sein bewegtes Leben gelungen. Man fühlt mit jedem Satz, dass alles ehrlich gemeint ist (und manches auch wie eine Beichte klingt). Wenn man professionelle Ratgeber über Amputationen und Schicksalschläge zu Rate zieht, fehlt gerade das, was bei Geierspichler steht: Die Zweifel, die Emotionen, die Rückschläge, der Alkoholabusus, die Drogen und die besondere Betonung der Männlichkeit als Kompensationsmechanismen und Verarbeitungsstrategien. Und wie unbeholfen die Mitmenschen reagieren.
Zwei Kapitel sollen hier noch ganz besonders hervorgehoben werden, die in den Rezensionen bisher eher untergegangen sind:
(a) der Umgang in der Familie mit der Krebserkrankung des Vaters (hier beschreibt Geierspichler seine eigene Unbeholfenheit)
(b) der unbeschwerte Urlaub mit Sportlerfreunden in Kanada
Gerade dieses Kapitel zeigt, wie unbeschwert das Leben nach einem Schicksalsschlag wieder sein kann. Auch wenn man keine Hochleistung erbringt (erbringen kann) ist ein abenteuerliches Leben als Behinderter möglich!
Ein wichtiges und hervorragendes Buch!